Mindestens 29 Tote und mehr als 1.500 Verletzte bei Erdbeben in der Ost-Türkei

Erdbeben in der Ost-Türkei: Mindestens 20 Tote und Hunderte Verletzte
Erdbeben in der Ost-Türkei: Mindestens 20 Tote und Hunderte Verletzte © REUTERS, STRINGER, MS

Weitere Opfer unter den Trümmern vermutet

Mindestens 29 Menschen starben im Osten der Türkei bei einem schweren Erdbeben, viele werden noch unter den Trümmern vermutet. Mehr als 1.500 Menschen wurden verletzt. Das Beben hatte die Stärke 6,8, teilte die Katastrophenschutzbehörde Afad mit. Es sei von mehr als 400 Nachbeben gefolgt worden. Das Beben hatte sein Zentrum in der Provinz Elazig und ereignete sich gegen 21 Uhr Ortszeit am Freitagabend.

Gefängnis wurde beschädigt

Erdbeben Türkei: Eingestürzte Häuser und Rettungsarbeiten in kalter Winternacht
Eingestürzte Häuser und Rettungsarbeiten in kalter Winternacht © REUTERS, STRINGER, MS

Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, 72 Gebäude seien eingestürzt und fast 1.000 weitere beschädigt.

Retter konnten 42 Verschüttete lebend bergen, wie der Staatssender TRT meldete. Dramatische Aufnahmen des Senders zeigten Dutzende Retter, die schweigend auf dem Dach eines eingestürzten Gebäudes in der 600 000-Einwohner Stadt Elazig arbeiteten.

Auch die Rettung einer älteren Frau war auf den Bildern zu sehen - und schockierte Augenzeugen, die sich um das Geschehen versammelten. „Meine Tochter ist auch dort“, rief die Frau und deutete auf die Trümmer, aus denen sie eben gezogen worden war. Dann wurde sie mit einem Krankenwagen weggebracht.

Regierung verspricht schnelle Hilfe

Rettungskräfte suchen in Elazig unter den Trümmern nach Vermissten.
Rettungskräfte suchen in Elazig unter den Trümmern nach Vermissten. © REUTERS, SERTAC KAYAR, MS/LP

In der Stadt Adiyaman wurde ein Gefängnis beschädigt. Die 814 Insassen sollten in anderen Haftanstalten in der Region untergebracht werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf das Justizministerium. Präsident Recep Tayyip Erdogan versprach: „Unsere Regierung tut alles - und wird alles tun - was in ihrer Macht steht.“

In einem Kondolenzschreiben an Erdogan sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Anteilnahme aus. "Nach meiner Rückkehr aus Istanbul habe ich von dem schweren Erdbeben im Osten Ihres Landes erfahren; dies hat mich mit Trauer und großem Bedauern erfüllt", schrieb Merkel. Sie bot der Türkei "tatkräftige Unterstützung" an. 

 In der Stadt Adiyaman wurde ein Gefängnis beschädigt. Die 814 Insassen sollten in anderen Haftanstalten in der Region untergebracht werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf das Justizministerium. Präsident Recep Tayyip Erdogan versprach: „Unsere Regierung tut alles - und wird alles tun - was in ihrer Macht steht.“

Erdbebenregion Türkei

Das Epizentrum des Bebens lag in dem Ort Sivrice. Dort mussten einige Bewohner die Nacht im Freien verbringen.
Das Epizentrum des Bebens lag in dem Ort Sivrice. Dort mussten einige Bewohner die Nacht im Freien verbringen. © REUTERS, STRINGER, MS

In der Türkei ist es in der Vergangenheit bereits mehrfach zu schweren Erdbeben mit zahlreichen Toten gekommen. Eines der tödlichsten Beben mit der Stärke 7,6 ereignete sich im Jahr 1999 im Westen des Landes. Damals starben mehr als 17.000 Menschen. Das Epizentrum lag in Gölcük südöstlich von Istanbul.