Mindestens 14 Tote durch Orkan in Europa

Schlimmer Schäden und Tote

Mindestens 14 Tote, hohe Schäden und Verkehrschaos sind die vorläufige Bilanz der ersten Herbststürme des Jahres in Europa. Tief ‚Burkhard‘ und Orkan ‚Christian‘ hatten von Westen her Regenfälle und Orkanböen bis Stärke zwölf über Teile Europas gebracht.

Lotsenboot in schwerer See
Lotsenboot in schwerer See © dpa, Christian Charisius

Nachdem ‚Christian‘ in der Nacht zu Montag in Großbritannien gewütet hatte, zog das Orkantief nach Deutschland. Vor allem der Norden wurde hart getroffen. Spitzenreiter bei den Sturmgeschwindigkeiten war dem Deutschen Wetterdienst zufolge St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein mit 173 Stundenkilometern.

Ein Autofahrer und ein Mädchen wurden am Montag in Gelsenkirchen getötet, als ein Baum auf ihren Wagen fiel. Auch auf einer Landstraße in Niedersachsen wurde eine Autofahrerin vom Baum erschlagen, ebenso wie ein Mann in Flensburg. Ebenfalls in Schleswig-Holstein wurde eine Frau, die im Garten abgefallene Äste aufhob von einer umstürzenden Mauer getötet. Bereits am Sonntag war in einem See in der Nähe von Köln ein Segler gestorben, nachdem er mit seinem Boot gekentert war. Bei Sundern im Hochsauerlandkreis ertrank am gleichen Tag ein Angler, weil sein Boot vermutlich umgekippt war.

Im Süden Großbritanniens starben mindestens vier Menschen, zudem gelten zwei als vermisst. Eine 17-Jährige schlief in einem Wohnwagen, als ein Baum auf ihn fiel und sie tötete. Ein Mann starb, nachdem ein Baum auf sein Auto gestürzt war. In London wurden ein Mann und eine Frau durch eine Gasexplosion in einem Haus getötet. Dutzende Flüge an Europas größtem Flughafen London-Heathrow fielen aus, und der Zugverkehr kam im Süden des Landes zum Erliegen. Betroffen war auch die Eurostar-Verbindung durch den Kanaltunnel nach Frankreich. Am Montag waren 580.000 Haushalte zeitweise ohne Strom.

In Amsterdam fiel am Montag ein umstürzender Baum auf eine Frau und tötete sie. Die Behörden der Stadt riefen die Bürger auf, in ihren Wohnungen zu bleiben. Viele Bahnstrecken vor allem rund um Amsterdam waren wegen umgefallener Bäume und kaputter Leitungen stillgelegt.

Auf der französischen Insel Belle-Île vor der Westküste Frankreichs stürzte am Montag eine Frau wegen einer Sturmböe ins Meer und ertrank. In Westfrankreich waren 75.000 Haushalte ohne Strom. Der Fährverkehr zwischen dem nordfranzösischen Calais und Dover in Großbritannien wurde zeitweise unterbrochen.

Auf der dänischen Insel Seeland wurde ein Mann von herabfallenden Dachziegeln erschlagen. In Süderjütland wurde eine Frau schwer verletzt, als über ihr ein Dach einstürzte. Wegen des Sturms musste die Öresund-Brücke zwischen Schweden und Dänemark zunächst bis späten Montagabend gesperrt werden. Im Großraum Kopenhagen beeinträchtigten umgestürzte Bäume den regionalen Zugverkehr.