Milder Winter und Mücken: Gut für die Mücken oder die Menschen?

Mücken im milden Winter
Was bedeudet der milde Winter für die Mücken? Nichts Gutes jedenfalls. © dpa bildfunk

Mücken stehen eher auf Frost

Eine immer wieder gern diskutierte Frage: Ist ein milder Winter oder sind frostige Temperaturen gut für die Vermehrung von Mücken und somit schlecht für einen mückenstichfreien Sommer? Droht bei diesem ungewöhnlich milden Winter 2015 also eine regelrechte Plage oder müssen die Hersteller von Antimückenmittel herbe Umsatzeinbußen befürchten?

Es ist so: So bedrohlich frostige Temperaturen für Leben und Zellen auch sein können, so konservierend wirken sie auf der anderen Seite. Entgegen der spontanen Annahme, dass Mücken in milden Wintern auch eher überleben, werden die Larven besonders in kalten und frostigen Wintern konserviert. Milde und nasse Winter haben dagegen zur Folge, dass die noch Mücken durch ihre Aktivität geschwächt von Pilzen befallen werden oder von anderen ebenfalls noch aktiven Tieren gefressen werden. Es überwintern übrigens nur die weiblichen Mücken in einer Kältestarre, die Männchen sterben im Herbst. Den Larven droht der Tod durch Vergammeln. Mücken-Eiern ist das Wetter ziemlich egal. Sie überwintern meist im Schlamm eines Gewässers und können dort gut geschützt problemlos die kalte Jahreszeit überstehen.

Eine Eselsbrücke, sich diesen Zusammenhang zu merken, bietet ein Blick nach Skandinavien. Wer verbindet die schwedischen oder finnischen Seenlandschaften nicht mit Invasionen von Mücken? Die Winter dort sind bekanntlich meist kalt und schneereich. Sommerurlauber können von mückenstichübersäten Armen und Beinen sicher ein Lied singen…

Es zählt bei der Mückenentwicklung ohnehin nicht vornehmlich die Winterzeit, sondern das Frühjahr und der Frühsommer: Wenn diese sehr feucht und warm ausfallen, steht der massenhaften Vermehrung nicht viel im Weg.

Quelle: Quelle: wetterspiegel.de u.a.