So reagieren unsere Pflanzen

Probleme in der Natur - Es ist einfach zu mild für diese Jahreszeit

von Amelie von Kruedener

Obstbäume blühen zu früh
Haben Obstbäume durch zu milde Temperaturen Blüten gebildet, macht das dem Baum selbst nichts aus, aber ein späterer Frosteinbruch kann im März oder April zu erheblichen Ernteausfällen führen. Obstbäume bilden nämlich erst im Folgejahr wieder neue Blüten.

Die Temperaturen sind zu mild für diese Jahreszeit. Die warmen Plusgrade sorgen für einige Probleme in der Natur. Alles gerät durcheinander, Blumen, Sträucher und Bäume treiben zu früh aus. Die Folgen: Schwächerer Wuchs, Ernteausfälle, die Pollensaison geht schon im Winter los.

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Winter dürfen nicht zu warm sein

 Frühling ab 8 Grad Celsius
Ein Zeichen für die Natur, dass es Frühling wird: länger als eine Woche über 8 Grad Celsius.

Die milden Wintertemperaturen lassen die Pflanzen teilweise viel zu früh austreiben. Einige Sträucher wie Erle, Hasel, Forythie oder Schneeball setzen bei milden Werten schon im Dezember erste Knospen an und bringen durch ihre Blüten so manche Allergiker zum Weinen. Krokusse, Primeln und Schneeglöckchen machen sich ebenfals zu früh auf den Weg und zeigen ihre ersten Blühen bis zu vier Wochen zu früh. Kommt dann ein Frost, sterben die jungen Triebe ab. Für heimische Pflanzen ist das Problem zu bewältigen, sie treiben im Frühjahr normalerweise auch ein zweites Mal aus. Allerdings dann mit kleinen Einbußen in Wuchs und Blüte. Bringt ein später Frost die Jungtriebe erneut zum Einknicken, haben die Pflanzen kaum noch genug Kraft, um das gesund zu überleben. Die Widerstandskraft gegen Pilze und Insekten, sowie Wetterkapriolen wird stark in Mitleidenschaft gezogen.

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Kaltkeimer kriegen ein Problem

Bei vielen unserer heimischen Pflanzen wird ein Kälteimpuls gebraucht, damit sie wissen, dass sie später austreiben dürfen. Kurz mal 0 Grad reicht oft schon als Startsignal aus. Besonders unsere Bäume orientieren sich an den kalten Tagen. Wenn nach solch kalten Perioden die warmen Temperaturen zu lange bleiben, erwachen die Pflanzen aus ihrem Winterschlaf. Kommt dann der Frost noch einmal zurück, kann es enorme Frostschäden geben - und die folgende Ernte fällt deutlich dürftiger aus.

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Obstbäume in Aufruhr

n einer Obstplantage im Ilztal versuchen Bauern, mit Eisberegnung und Parafin-Öfen den Spätfrost abzumildern. Foto: Erwin Scheriau/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Obstbauern schützen die empfindlichen Blüten vor Frostschäden, indem sie Beregnungsanlagen oder Paraffinöfen einsetzen.

Besonders Obstbauern fürchten einen milden Winter und die Gefahr von späten Frösten. Und die herrscht bis zu den Eisheiligen im Mai. Kommt es zu ein paar Frostnächten mit nachfolgenden warmen Temperaturen, kommen auch die Obstbäume durcheinander. Sie blühen viel zu früh und sind den späteren Frösten hilflos ausgesetzt. Dann heißt es für die Landwirte: Beregnen, damit sich ein schützender Eispanzer um die Knospen bildet oder Heizen mit Flammen in den Obstplantagen.

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Eine Biene sitzt auf der Blüte eines Obstbaumes.
Die ersten Blüten des Jahres sind wertvolle Nektarspender für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge. Sie sind bei zu milden Wintertemperaturen oft noch in ihrer Winterruhe und ihnen geht der wertvolle Nektar aus diesen Nahrungsquellen verloren.

Auch Blumen reagieren auf Temperatur-Unordnung im Winter

Auch viele unserer Blumen funktionieren nach diesem System. Hält nach ein paar Frostnächten die milde Frühlingstemperatur an, schalten die Schönheiten auf Neue Saison. Sollte für Pfingstrosen, Waldmeister, Bärlauch, Schlüsselblume, Veilchen, Tulpen und Narzissen dann nochmal der Winter zuschlagen, ist das System in Unordnung. Selbst bei einem zweiten Austrieb gibt es dann oft nur kurze Stiele und kleine Blüten.

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(avo)