Auf dem Weg zum Merkur

Merkur-Sonde BepiColombo schießt erstes Foto von der Venus

Foto von der Venus im Vorbeiflug

Die Merkur-Sonde „BepiColombo“ ist an der Venus angekommen und machte gleich ein Foto von unserem Zwillingsplaneten. Das Manöver dient dazu, das Raumfahrzeug auf die gewünschte Geschwindigkeit zu bringen, bevor es weiter geht in Richtung Merkur.

Was es mit der Merkur-Sonde auf sich hat, erfahren Sie im Video.

Erste europäische Mission zum Merkur

Die Schwarz-Weiß-Aufnahme von der Venus (rechts) wurde am Donnerstag-Morgen aufgenommen.
Die Schwarz-Weiß-Aufnahme von der Venus (rechts) wurde am Donnerstag-Morgen aufgenommen. Ins Bild ragen Teile der Sonde. © ESA/JAXA

Das Abbremsmanöver der „BepiColombo“ wurde von Darmstadt aus gesteuert. „Es hat alles funktioniert, es war erfolgreich“, sagte Simon Plum vom Esa-Satellitenkontrollzentrum (Esoc) in Darmstadt. In der kommenden Woche würde nun eine genaue Analyse erfolgen. Die Geschwindigkeit wurde auf rund 34 Kilometer pro Sekunde reduziert. Das sind immerhin noch 122.400 Kilometer pro Stunde.

Die Merkur-Mission ist die erste europäische zum der Sonne am nächsten gelegenen Planeten. Auf der Sonde sitzen zwei Orbiter aus Deutschland und Japan.

Leben auf der Venus möglich?

Data from NASA's Magellan spacecraft and Pioneer Venus Orbiter is used in an undated composite image of the planet Venus.  NASA/JPL-Caltech/Handout via REUTERS.  THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY.
Der Felsenplanet Venus ist von einer dichten Gaswolke umnebelt. © via REUTERS, NASA, CLH/

Venus und Erde sind fast gleich groß. Dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zufolge haben sich die Nachbarplaneten aber sehr unterschiedlich entwickelt. Die Atmosphäre der Venus sei wesentlich dichter und bestehe fast ausschließlich aus Kohlendioxid. Das bewirke einen sehr starken Treibhauseffekt und Oberflächentemperaturen von rund 470 Grad. 

Trotzdem fanden Wissenschaftler zuletzt Hinweise für Leben auf der Venus. Die Menge Monophosphan, die in der Atmosphäre unseres Zwillingsplaneten entdeckt wurde, könne nur biologisch hergestellt worden sein. Zumindest ist das auf der Erde so. Verblüfft zeigten sich die Forscher auch von der Menge. Es gäbe 1000 Mal mehr Monophosphan auf der Venus als auf der Erde. Nun stellt sich die Frage, ob es besonders widerstandsfähige Mikroben in der Venusatmosphäre gibt. Weitere Untersuchungen sollen folgen.

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