Verkehrte Welt

Mehr Regen in der Sahara als bei uns im April

Thunderclouds in the desert during a storm
Im Westlichen Großen Erg in der Sahara fallen bis zum Mittwoch bis zu 100 Liter Wasser pro Quadratmeter. © Getty Images/iStockphoto, Anton_Petrus

Viel Regen auch in Nordafrika

Während bei uns nennenswerter Regen einfach nicht fallen will und wir auf eine längere Trockenheit zusteuern, sieht es in Südeuropa komplett anders aus. Über dem Mittelmeer und den französischen und spanischen Pyrenäen kommen bis Mittwoch bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter runter. Das ist eine ganz schöne Menge. Und selbst in Nordafrika und in der Sahara fällt immer wieder etwas Regen. Den könnten wir auch hier gebrauchen, damit uns kein weiterer Dürresommer droht.

Überflutungen drohen

In den spanischen Küstenstädten Almassora, Burriana und Vilafranca waren die Straßen überflutet.
In den spanischen Küstenstädten Almassora, Burriana und Vilafranca waren die Straßen überflutet. © AP/ Diputacio de Castello, Belbachir, Karim Francios [RTL interactive] Screenshot

Besonders viel Regen fällt in Südfrankreich und im Norden Spaniens, aber auch an der nordafrikanischen Mittelmeerküste wird es nass. Die Inseln Malta, Lampedusa und Linosa bekommen kräftige Schauer und Gewitter ab.

Erst kürzlich mussten Menschen in spanischen Küstenstädte aufgrund örtlich großer Regenmengen mit den Wassermassen auf ihren Straßen und in ihren Häusern kämpfen. Rettungskräfte hatten alle Hände voll zu tun. Nun drohen erneut Überflutungen.

Regen selbst in der Sahara

Small plant growing out of dry cracked ground getting some fresh water.
Wasser gibt's selbst für die Pflänzchen in der Wüste © Getty Images/iStockphoto, spxChrome

Selbst in der Wüste regnet es mehr als bei uns. In Algerien können über dem Westlichen Großen Erg, einem Sandsee in der Sahara, Regenmengen von 100 Litern auf den Quadratmeter zusammenkommen.

Meteorologe Patrick Panke erklärt das Phänomen: „Eine kräftige Hochdruckbücke von Island bis nach Skandinavien schickt die Atlantiktief weit in den Süden Europas. Aus dieser Wetterlage gibt es bis weit in die nächste Woche kein Entrinnen. Entsprechend ist es bei uns einfach nur knochentrocken. Dazu kommt ein kühler Ostwind, der die Verdunstung nochmal nach oben treibt. Die daraus resultierende hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr in einem April ist schon außergewöhnlich. Über Südeuropa aber auch über dem nordafrikanischen Kontinet ist  dagegen immer wieder mit teils kräftigen Schauern und Gewittern zu rechnen.“

Zu trockener Frühling bisher

Dürre in Hofheim, Main Taunus Kreis, Hessen, Deutschland: Gerste lässt in der heißen Mittagssonne die Ähren hängen *** Drought in Hofheim Main Taunus District Hesse Germany Barley leaves the ears hanging in the hot midday sun
Kaum Regen und die Sommermarke von 25 Grad wurde bereits häufiger geknackt. © imago/Ralph Peters, Ralph Peters, imago stock&people

Und bei uns? Alle Prognose sehen einen trockenen Frühling voraus – zu trocken für unsere Böden. Und auch die Temperaturen sollen laut dem amerikanischen Wetterdienst NOAA wärmer als normalerweise sein. Die Sommermarke von 25 Grad ist im April häufiger geknackt worden. Kein gutes Zeichen. Die Landwirtschaft und die Wälder haben schon in den vergangenen beiden Jahren gelitten.

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