Mehr Mikroplastik als Plankton im Meer

Mikroplastik gelangt in die Nahrungskette

Ist das vorstellbar? Mehr Plastik im Meer als natürlicher Plankton - eine gigantische, ja sogar erschreckende Vorstellung. Doch die neue Studie des Plymouth Marine Laboratory aus England zeigt deutlich: Es schwimmen weit mehr der kleinen Partikel im Meer, als wir uns haben vorstellen können. 

Das Ausmaß wurde unterschätzt

Ein Forscherteam hat mit Spezialnetzen vor der Küste Großbritanniens und den USA das Meerwasser durchkämmt. Das Ergebnis wurde im Fachjournalisten „Environment Pollution“ veröffentlicht. "Die aktuellen Annahmen über die Konzentration von Mikroplastik im Meer könnten gewaltig unterschätzt sein", sagte Penny Lindeque, eine der Wissenschaftlerinnen der Studie, dem „Guardian“.

Platik im Meer QuelleStatista
Im Jahr 2018 wurde die Kunststoffmenge in den Weltmeeren insgesamt auf 86 Millionen Tonnen geschätzt. Davon befand sich rund ein Drittel an den Küsten und auf dem Meeresboden.

Guten Appetit beim Verspeisen von Plastik!

Die Größenordnung von Plastik im Meer ist das Problem. Die Mengen konkurrieren mit dem Plankton, der Hauptmahlzeit vieler Fische. Die winzigen Planktontierchen ernähren sich von noch kleinerem Plankton, das dann wiederum winzige Plastikteilchen fressen wird. Die Forscher befürchten, dass es jetzt schon mehr Mikroplastik als Zooplankton in unseren Ozeanen gibt.

"Unseren Hochrechnungen zufolge könnten die Konzentrationen von Mikroplastik 3.700 Partikel pro Kubikmeter übersteigen. Das ist weit mehr als die Zahl des Zooplanktons, das man dort finden würde.", so Lindeque. Anstatt Plankton landet das Mikroplastik also in den Mägen der Meeresbewohner und damit dann irgendwann auch wieder bei uns auf dem Teller.  

Mikroplastik ist überall

Stand Juli 2018 Quelle: Frauenhofer-Institut / Copyright: Statista.com
Stand Juli 2018 Quelle: Frauenhofer-Institut/Copyright: Statista.com

Wir alle kennen die Bilder von verunreinigten Stränden, haben wahrscheinlich schon gemeinsam mit Plastiktüten im Meer gebadet, haben uns an die Bilder von Schildkröten mit Plastikmüll im Magen gewöhnt. Es sind 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll, die jedes Jahr im Meer landen. Dieses Plastik zerreibt sich, wird zu kleinen Plastikteilchen, die teils gar nicht mehr sichtbar sind: Mikroplastik. Alles, was kleiner als 5 Millimeter ist, zählt man dazu. Im Jahr 2019 hat man Mikroplastik sogar im Schnee gefunden.