Mehr als 2.100 Tote durch Monsun in Indien, Nepal und Bangladesch

Mehr als 2.100 Tote. Es ist eine erschreckende Zahl und sie belegt wieder einmal, dass der Klimawandel in vollem Gange und der Mensch den Gewalten der Natur am Ende doch hilflos ausgeliefert ist.

Hunderte Dorfbewohner von der Außenwelt abgeschnitten

August 19, 2017, Dhaka, Dohar, Bangladesh - A flood affected students move on the flood water after finished their school at Dohar, Nawabganj Bangladesh, 19 August 2017. According to authorities, floods caused by heavy rainfall lashing Bangladesh dur
Die Menschen leben mehr oder weniger im Wasser. Die Seuchengefahr in den betroffenen Gebieten steigt. © Monirul Alam / ZUMA Press / Splash News, ZEUS

Allein in Indien starben seit Juni durch den Monsun fast 1.700 Menschen, teilten die örtlichen Behörden mit. In Nepal waren es nach Angaben der Vereinten Nationen 159 Tote und in Bangladesch 144. Die Behörden in Pakistan sprachen von 115 Opfern. Die überwiegende Mehrheit davon starb seit der zweiten Augustwoche, als es tagelang heftig regnete.

Der Monsun 2017 fiel außergewöhnlich stark aus. Je ein Drittel der Fläche Nepals und Bangladeschs standen zwischenzeitlich unter Wasser. Der nordöstliche Bundesstaat Bihar ist der am stärksten betroffene Teil Indiens. Dort starben nach offiziellen Zahlen bislang 514 Menschen. Auch Westindien erlebte zuletzt Unwetter: Die Metropole Mumbai war diese Woche wegen Hochwassers praktisch lahmgelegt.

Straßen für Helfer nicht zu benutzen - Dorfbewohner bleiben lange ohne Hilfe

In den zwei Nachbarländern sanken die Pegelstände mittlerweile. Damit stieg allerdings die Sorge vor dem Ausbruch gefährlicher Krankheiten, wie die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften warnte. Rund 41 Millionen Menschen in den drei Ländern seien von Überschwemmungen betroffen, sagte ein Sprecher. Hunderte Dorfbewohner seien von der Außenwelt abgeschnitten und hätten nichts zu essen. So schlimme Überschwemmungen hat Bangladesch seit 1988 nicht mehr erlebt, als mehr als 1.600 Menschen starben. "Die Katastrophe hat die schutzlosesten Menschen getroffen. Die Folgen werden Krankheit, Armut und Nahrungsknappheit sein", sagte der nepalesische Wasserwirtschaft-Experte Madhukar Upadhya in Kathmandu. In einem nepalesischen Dorf hatten mehr als 200 Kinder, Frauen und ältere Menschen zwei Tage lang nichts zu essen, weil die Helfer die verschlammten Straßen nicht benutzen konnten. 

Die südasiatische Monsunzeit von Juni bis September fordert jedes Jahr sehr viele Opfer. Die meisten ertrinken, werden von Erdrutschen begraben oder sterben durch Stromschläge.