Die Schnee-Katastrophe 2005

Sechs Tage ohne - Größter Stromausfall der Nachkriegszeit

Bild vom Münsterländer Schneechaos 2005
Umgeknickter Strommast in Borken - verursacht durch ungewöhnliche Schneemassen. © RTL, RTL West

Über 80 Strommasten knickten um

Das Münsterländer Schneechaos jährt sich in diesen Tagen bereits zum 15. Mal und bleibt dennoch unvergessen. Auch RTL-Meteorologe Christian Häckl erinnert sich gut an die extreme Wetterlage von damals. Es handle sich um „den größten Stromausfall der Bundesrepublik nach dem 2. Weltkrieg“, so Häckl.

Schneechaos in der Adventszeit

Umgeknickte Strommasten stehen am 28.11.2005 auf einem Feld bei Laer in der Nähe von Münster (Archivbild). Nach den Stromausfällen und Mast- Zusammenbrüchen im Münsterland gerät der Energieversorger RWE durch Berichte über angebliche Material-Schwäch
Jahresrückblick - Umgeknickte Strommasten © dpa/dpaweb, A2824 Franz-Peter Tschauner

Am Freitag, den 25. November 2005, pünktlich vor dem ersten Adventswochenende, schneite es deutschlandweit. Vor allem im Münsterland, Tecklenburger Land, Osnabrücker Land und im südlichen Emsland setzten bereits in den frühen Morgenstunden kräftige Schneefälle ein. Wo sonst nur selten größere Schneemengen fallen, kam es innerhalb von 12 Stunden zu 30 cm Neuschnee.

82 Strommasten knickten ein wie Streichhölzer

Bild vom Münsterländer Schneechaos 2005
Tiefhängende Stromleitungen © RTL, RTL West

Derartige Schneemassen in einer sonst eher schneearmen Gegend blieben nicht folgenlos. Auf den Autobahnen kam es zum Verkehrschaos mit kilometerlangen Staus. In den Kreisen Steinfurt, Coesfeld und Borken wurde sogar der Katastrophenalarm ausgerufen. Der sehr nasse Schnee setzte sich auf den Hochspannungsleitungen ab und umhüllte sie mit einem Eispanzer, der um ein Vielfaches dicker als die Leitungen selbst war. Der tonnenschwere Schnee und Schneeböen führten dazu, dass dreißig Meter hohe Strommasten einfach umknickten.

Beginn der Eiszeit

Rund 250.000 Menschen wurden von der Stromversorgung abgeschnitten, den 19.000 Einwohner-Ort Ochtrup traf das Schneetief besonders hart. Die Menschen dort lebten bis zu sechs Tage im Dunkeln. Insgesamt dauerten die Reparaturarbeiten der Stromleitungen Wochen, der Gesamtschaden belief sich auf 100 Millionen Euro.