Neues Hobby am Meer: Strandmüll sammeln

Gegen die Plastikflut: Strandmüllboxen an deutschen Küsten werden gut angenommen

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Strand mal anders erleben. Wer Strandmüll aufsammelt, ist Umweltschützer.

Am Strand finden Spaziergänger nicht mehr nur Muscheln und Seetang. Plastik und anderer Müll sind schon genauso oft zu finden und werden zum neuen Sammelgut. Spezielle Abfallbehälter stehen an vielen deutschen Stränden dafür bereit. Und die Menschen nutzen sie.

Überall stehen jetzt Strandmüllboxen

Kunststoffschnüre, Plastikfragmente, aber auch Kanister, Sprühdosen und Styropor – an den Stränden wird viel Müll angeschwemmt. Und viele Einheimische und Gäste sammeln bei ihren Strandspaziergängen den Meeresmüll auf. An zahlreichen Stränden und Deichen an Nord- und Ostsee stehen mittlerweile Strandmüllboxen, in die Urlauber und Einheimische angeschwemmten Müll werfen können. Solche Boxen stehen unter anderem in St. Peter-Ording, Eckernförde, Büsum, Sylt und auf Föhr. Auch auf allen Ostfriesischen Inseln finden sich solche Abfallbehälter. An Niedersachsens Küste gibt es Boxen etwa auch in Butjadingen, Dangast, im Wangerland und Bensersiel.

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Fischernetze, Chipstüten und Plastiktuben

„An den Küsten fällt uns das Plastikproblem im wahrsten Sinne des Wortes vor die Füße“, sagte Angela Ottmann von der Naturschutzorganisation BUND Föhr. Im Flutsaum finden sich demnach nicht nur Abfälle aus Schifffahrt und Fischerei, sondern auch Tuben, Deckel, Chipstüten und sonstigen Verpackungen und Gebrauchsgegenstände. Die Zusammensetzung der Müllfunde in den Strandmüllboxen auf Föhr ist sehr unterschiedlich. Die häufigsten Müllfunde machen demnach Dolly Ropes, das sind Scheuerschutzfäden aus der Fischerei, sowie andere Utensilien aus der Fischerei wie Netzreste und Arbeitshandschuhe aus.

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Plastikschnipsel unbekannter Herkunft

Halb Muscheln, halb Plastikmüll - die Strände sind voller, teils undefinierbarem Plastik-Zeug.
Plastikmüll ist an den Stränden ein unübersehbares Problem.

Einen sehr großen Anteil am Meeresmüll sind Plastikfragmente. Dabei sei meist nicht erkennbar, ob diese Plastikfetzen mal eine Tüte, eine PET Flasche oder eine Lebensmittelverpackung waren, sagte Ottmann. Nach Stürmen landen zudem viele größere Müllteile wie Kanister, Bojen und Lacksprühdosen in den Strandmüllboxen.

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Das Engagement der Gäste ist ein Beitrag zum Umweltschutz

Auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog wird die Zahl der Boxen wegen der häufigen Nutzung gerade erhöht - sieben Stück sollen es künftig sein, die an den Stränden über die Insel verteilt stehen. Die meisten Funde brächten Gäste von ihren ausgedehnten Spaziergängen mit, sagte Nadine Weber, zuständig für Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei der Spiekerooger Kurverwaltung. "Da wird manchmal ein altes Fischernetz ein paar hundert Meter weit bis zur Müllbox geschleppt." Das Engagement der Gäste sei ein großer Beitrag zum Umweltschutz.

Nicht für normalen Müll gedacht

Die Sammelbehälter haben etwa die Größe einer Europalette und einen passenden Gitteraufsatz. Ein Schild informiert über die korrekte Nutzung - denn vorgesehen sind die Boxen ausschließlich für angeschwemmten, aufgesammelten Meeresmüll. "Sie sind also explizit nicht für die Entsorgung von vor Ort durch Besucher entstandenen Müll gedacht", so die Kurverwaltung. Seit kurzem sind die Boxen auf Spiekeroog daher mit QR-Codes ausgestattet. Nun können Müllsammler das Team der Strandreinigung über den QR-Code informieren, die dann mit einem Trecker zur Abholung ausrücken. Auf den Ostfriesischen Inseln wurden die ersten Strandmüllboxen laut niedersächsischer Nationalparkverwaltung bereits 2013 auf Langeoog und Juist aufgestellt. 2014 folgten Baltrum, Norderney, Borkum und Wangerooge, 2016 Spiekeroog. Zudem kommen noch die Standorte am Festland.

Einfache Aktion - wichtiger Beitrag

Über die Jahre wird so eine erhebliche Menge Müll von den Stränden entfernt.
Müll, der in den Boxen lande, könne keinen Schaden mehr anrichten.

Nach Angaben der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven haben bisherigen Erfahrungen mit dem Betrieb der Strandmüllboxen gezeigt, "dass mit dieser einfachen Aktion ein wichtiger Beitrag gegen die Verschmutzung der Strände geleistet werden kann. Über die Jahre wird so eine erhebliche Menge Müll von den Stränden entfernt.“

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(avo/dpa)