Roter Planet zu klein?

Leben auf dem Mars: Wüstenplanet von Anfang an dem Untergang geweiht

Eingeschränkte Suche nach Exoplaneten

Es könnte die Suche nach lebensfreundlichen Planeten in Zukunft einschränken: Wissenschaftler erklären, warum der Mars sein Wasser verlor und somit nie zu einem blauen Planeten werden konnte. Ist die Suche nach Leben auf dem Roten Planeten also zum Scheitern verurteilt?

Im Video: Mars-Rover schickt Bilder vom Mars

Wasser als Grundvoraussetzung für Leben

 Mars, illustration Mars, computer illustration. *** Mars, illustration Mars, computer illustration PUBLICATIONxINxGERxSUIxHUNxONLY SEBASTIANxKAULITZKI/SCIENCExPHOTOxLIBRARY F026/7217
Der Mars ist laut einer Studie zu klein, um Wasser oder Luft zu halten. © imago images/Science Photo Library, Science Photo Library via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Ein internationales Forscherteam um Zhen Tian von der Washingtoner Universität in St. Louis hat die Beschaffenheit vom Mars genauer unter die Lupe genommen. Dabei stellten sie fest, dass der Rote Planet von Anfang an zu einem Wüstenplanet vorherbestimmt war. Ob es lange flüssiges Wasser auf der Oberfläche gegeben hat, steht damit auch zur Debatte. Astronomen sehen in flüssigem Wasser eine der Grundvoraussetzungen für das Leben.

Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass der Mars Luft und Wasser verlor als der Kern des Planeten erkaltete. Ein geschmolzener Planetenkern erzeugt ein Magnetfeld, dass dafür sorgt, dass die Atmosphäre gehalten wird und nicht von Sonnenwinden abgetragen wird. Außerdem lenkt er elektromagnetische Strahlung ab, die uns schädigen könnte. Das ist übrigens ein Problem, was es zur Kolonisierung des Mars zu überwinden gilt.

Kaliumisotope von Marsmeteoriten untersucht

Die Wissenschaftler um Tian untersuchten in ihrer Studie die Kaliumisotopenzusammensetzung des Mars. Kaliumisotope kamen auf dem frühen Mars reichlich vor und wurden teilweise über Marsmeteoriten auf die Erde gebracht. Die Meteoriten unterschiedlichen Alters zeigten auch, wie sich dieses flüchtige Element verhielt. Je mehr Kalium zu finden war, desto mehr Wasser muss vorhanden gewesen sein. Sie stellten fest, dass selbst in den ältesten Proben die Kaliumisotope sich bereits verflüchtigt hatten. Das war zu einer Zeit, als das Magnetfeld des Mars noch existierte. Es musste also einen anderen Grund geben, warum sich das Wasser verflüchtigt hatte.

Die Forscher verglichen die Ergebnisse mit weiteren Untersuchungen des Asteroiden Vesta 4 und des Mondes. Sie stellten fest, dass es einen Zusammenhang mit der Größe eines Himmelskörpers haben muss. Der Mars hatte demnach länger Wasser als unser Mond, der wiederum sein Wasser länger halten konnte als der noch kleinere Vesta 4.

Leben könnte sich trotzdem auf dem Mars entwickelt haben

FILE PHOTO: Wheel tread marks are left in the soil of Jezero Crater on Mars, as NASA's Mars rover Perseverance drives on Martian surface for the first time, in this March 4, 2021 image supplied to Reuters. Image taken March 4, 2021. NASA/JPL-Caltech/
Mars-Rover Perseverance sucht weiterhin nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten. © Via REUTERS, Handout ., /FW1F/Gerry Doyle

Für die Forscher war das ein deutlicher Hinweis darauf, dass es einen Zusammenhang geben muss zwischen der Größe eines Planeten und dessen Fähigkeit Wasser oder andere flüchtige Elemente zu halten. So fassten die Forscher zusammen: „Es gibt wahrscheinlich einen Schwellenwert für die Größenanforderungen von Gesteinsplaneten, um genügend Wasser zu speichern, damit eine Ökosphäre und Plattentektonik möglich sind. Diese Masse muss allerdings größer sein, als die des Mars.“

Das wiederum habe Auswirkungen auf die Suche nach Exoplaneten, also Planeten auf denen Leben möglich ist. Es reiche nicht allein, wie der Mars, in der habitablen Zone um einen Stern zu kreisen. Vielmehr müsse auch die Größe stimmen, damit der Planet seine Atmosphäre und Wasser halten könne. So sei der Mars bereits bei seiner Geburt dem Untergang geweiht gewesen. Trotzdem gäbe es noch Wasser auf dem Mars. An den Polen in Eisform und vielleicht auch unterirdisch. Dort könne sich mikrobielles Leben gehalten haben.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemenhaben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen,können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die TVNOW-Doku um Online Stream

(kfb)