Seltenes Schauspiel auf dem Roten Planeten

Mars-Rover Curiosity fotografiert bunte Wolken auf dem Mars

NASA’s Curiosity Mars rover captured these clouds just after sunset on March 19, 2021, the 3,063rd Martian day, or sol, of the rover’s mission. The image is made up of 21 individual images stitched together and color corrected so that the scene appea
Der Mars-Rover Curiosity der NASA hat diese Wolken kurz nach Sonnenuntergang am 19. März 2021 gemacht. Das Bild besteht aus 21 Einzelbildern, die zusammengefügt und farbkorrigiert sind, damit es so aussieht, wie wir es mit dem menschlichen Auge sehen würden. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Mehr Farbe auf dem Roten Planeten

Wolken auf dem Mars? Das klingt erstmal unwahrscheinlich, da wir damit Wasser und Luft verbinden und beides erwartet man nicht in großen Mengen auf dem Mars. Der Mars-Rover Curiosity hat nun Bilder von Wolken in der Mars-Atmosphäre gemacht. Aufgenommen wurden sie im März und sind deshalb so faszinierend, weil sie zu dieser Jahreszeit selten sind und Farbe auf den Roten Planeten bringen.

Eiskristalle in den Wolken streuen die Sonne

Die Mars-Wolken findet man normalerweise am Äquator des Planeten und zwar in der kältesten Jahreszeit, wenn der Mars am weitesten von der Sonne entfernt ist. Der 3 Meter große Rover befindet sich momentan in Äquatornähe und erkundet die Umgebung. Vor rund einem vollen Marsjahr (entspricht etwa zwei Erdenjahren) bemerkten Wissenschaftler dann, dass sich Wolken über dem Curiosity-Rover der NASA früher als erwartet bildeten. Das weckte die Neugier der Wissenschaftler.

Ende Januar erschienen sie bereits das erste Mal und die Weltraumbehörde entschied, sie mal auf Bild zu bannen. Als Ergebnis erhielten die Wissenschaftler Fotos von mit Eiskristallen gefüllten Wolken, die das Licht der untergehenden Sonne streuten. Die Wolkenbildung lehrte die Forscher aber auch etwas.

Im Video: Mars-Rover Perseverance macht ein Panoramabild auf dem Mars

Wolken aus Trockeneis

Neu war für das Curiosity-Team, dass die Wolken in höheren Lagen schwebten als erwartet. Die aus Wassereis bestehenden Wolken schweben üblicherweise in einer Höhe von rund 60 Kilometern. Bei den nun abgebildeten Wolken ist das jedoch anders. Diese schwebten weiter oben in der Mars-Atmosphäre. Nun gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Wolken aus gefrorenem Kohlendioxid oder Trockeneis bestehen, da es in der Höhe deutlich kälter ist. Um nun bestimmen zu können, ob es sich auf den Curiosity-Fotos um Wasser-Eis-Wolken oder Trockeneis-Wolken handelt, versuchen Wissenschaftler herauszufinden in welcher Höhe die Wolken schwebten.

Glänzende Dämmerungswolken

Auf den mit der Mastkamera des Mars-Rovers aufgenommenen Farbbildern sieht man die Wolken buchstäblich glänzen. Kurz nach Sonnenuntergang betrachtet, fangen ihre Eiskristalle das verblassende Licht ein und lassen sie vor dem dunkler werdenden Himmel leuchten. Diese Dämmerungswolken erscheinen heller, wenn sie sich mit Kristallen füllen und verdunkeln sich wenn die Sonne untergeht.

Noch atemberaubender sind schillernde oder Perlmuttwolken. „Wenn Sie eine Wolke mit einem schimmernden Pastellfarbensatz sehen, liegt das daran, dass die Wolkenpartikel alle fast gleich groß sind“, sagte Mark Lemmon, Atmosphärenwissenschaftler am Space Science Institute in Boulder, Colorado. Lemmon führt fort: „Das passiert normalerweise kurz nachdem sich die Wolken gebildet haben und alle im gleichen Tempo gewachsen sind.“

Diese Wolken gehören zu den bunteren Dingen auf dem Roten Planeten, fügte er hinzu und zeigte sich begeistert von den Farben, die auch mit dem bloßen Auge zu sehen wären.

Wie entstehen Cirruswolken auf der Erde

Das Bild zeigt den RTL-Meteorologen Carlo Pfaff in seiner Heimatstadt Innsbruck.
RTL-Meteorologe Carlo Pfaff © wetter.de

Bereits im März waren Bilder veröffentlicht worden von Cirruswolken, die wir auch auf der Erde kennen. Wie Cirruswolken auf der Erde entstehen, erklärt RTL-Meteorologe, Carlo Pfaff: „Cirruswolken entstehen in Mitteleuropa in Höhen über 6.000 Meter meist durch Konvektion oder Turbulenz. In diesen Höhen sind die Temperaturen auch im Sommer weit unter 0 Grad, meist sogar unter -40 Grad. Die Luft kann in diesen hohen Luftschichten bei diesen Temperaturen nur wenig Wasserdampf aufnehmen, überschüssiger Wasserdampf gefriert daher sofort zu dünnen Eisnadeln. Ansammlungen von Eisnadeln bilden dann die sogenannten Cirruswolken, die von der Erde aus gesehen wie langgestreckte oder gebogene und oft noch durchsichtig erscheinende Federn aussehen, weshalb sie im Volksmund Federwolken genannt werden.“

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(kfb)