Höher, schneller, weiter

Software-Upgrades machen Mars-Heli Ingenuity noch wertvoller

von Karim Belbachir

Dank eines Softwareupdates kann die Mars Mission Ingenuity verlängert werden. Nicht nur die Programme auch das Team für den Mars-Helikopter wurde aufgestockt. Nun kann der kleine Heli schneller, höher und weiter fliegen. Außerdem erhält er eine zusätzliche Aufgabe.

Im Video: Mars Rover sucht nach Leben auf dem Roten Planeten

Ingenuity-Mission verlängert

Blick auf die Rotorblätter des NASA-Helikopters Ingenuity
Mars-Helikopter Ingenuity hat einige Software-Upgrades bekommen, um seine Mission fortführen zu können.

Ein Software-Update auf dem Mars ermöglicht es dem kleinen Mars-Helikopter rund ein Jahr nach dessen Jungfernflug seine Mission fortzuführen. Trotz der großen Entfernung zum Mars von im Schnitt 70 Millionen Kilometern ist es möglich von der Erde aus das Programm des Minihelikopters aufzufrischen. Bis September kann die Mission als Begleiter von Mars Rover Perseverance fortgeführt werden.

Die NASA kündigte die Missionserweiterung kurz nach dem 21. Flug von Ingenuity an. Dieser diente dazu die Marsregion „Séítah“ zu überqueren und das nächste Einsatzgebiet zu erreichen. Dafür werden zwei weitere Flüge benötigt. Der stellvertretende Administrator des Science Mission Directorates in Washington, Thomas Zurbuchen, erklärte dazu: „Vor weniger als einem Jahr wussten wir noch nicht einmal, ob ein motorisierter, kontrollierter Flug eines Flugzeugs auf dem Mars möglich ist. Jetzt freuen wir uns auf die Beteiligung von Ingenuity an der zweiten Wissenschaftskampagne von Perseverance.“

Spannendes Gebiet zur Erforschung

Als Santa Cruz bezeichnetes Gebiet auf dem Mars
Die Marsoberfläche gleicht einer Felswüste. Die Brocken erschweren die Landung des Helikopters Ingenuity.

Der Mini-Helikopter soll im weiteren Missionsverlauf Spähaufgaben für den Mars-Rover Perseverance unternehmen und die ausgewählte Gegend auskundschaften. Das ist jedoch nicht ganz ungefährlich, denn das ehemalige Flussdelta des Jezero-Kraters, welches als Ziel ausgewählt wurde, ist mit vorspringenden Felsbrocken oder schrägen Oberflächen übersäht. Das könnte eine Landung erschweren. Trotzdem freuen sich die Wissenschaftler auf das Gebiet, da es geologisch einiges verspricht. Vielleicht kann dort auch geklärt werden, ob es dort einst Leben gab. Ingenuity soll auskundschaften welchen Weg Perseverance am sichersten nehmen kann und interessante Ziele finden, wo der Mars-Rover dann Bohrungen vornehmen kann.

Wie Teddy Tzanetos, Ingenuity-Teamleiter am Jet Propulsion Laboratory erzählt, werde „die Jezero-Flussdelta-Kampagne die größte Herausforderung für das Ingenuity-Team seit dem ersten Marsflug sein“. Um das besser in Angriff nehmen zu können, benötigte der Mini-Helikopter ein Upgrade seiner Software.

NASA verringert Gefahren bei der Landung

FILE PHOTO: Wheel tread marks are left in the soil of Jezero Crater on Mars, as NASA's Mars rover Perseverance drives on Martian surface for the first time, in this March 4, 2021 image supplied to Reuters. Image taken March 4, 2021. NASA/JPL-Caltech/
Zusammen mit dem Mars-Rover Perseverance soll Ingenuity den Jezero-Krater erkunden.

Mit der Programmerweiterung ist es möglich die bisherigen 15 Höhenmeter zu überspringen. Einher geht damit auch eine höhere Geschwindigkeit. Ebenfalls wurde die Flugreichweite des Hubschraubers erhöht. Und weitere Updates sind bereits geplant. So sollen Geländehöhenkarten in den Navigationsfilter eingefügt werden. Das verringere die Gefahren bei der Landung. Ingenuity soll bestens gewappnet sein für das ehemalige Flussdelta.

Der nächste Flug ist für Samstag, 19. März anberaumt. Dabei soll der Helikopter rund 350 Meter zurücklegen und in einer scharfen Kurve einen Hügel umfliegen. Im Anschluss wird dann das Team von Wissenschaftlern bestimmen, wie viele weitere Flüge notwendig sind, um das Ziel zu erreichen. Außerdem erwarten die Forscher, dass weitere Rekorde in Sachen Flugdauer -reichweite und -höhe purzeln werden.

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(kfb)