Kosovo, die Malediven, Rumänien, Marokko und Co. jetzt Hochrisikogebiet

Hochrisikogebiet & Virusvariantengebiet: Was bedeutet welche Einstufung für Urlauber?

Viele weitere europäische Länder werden zum Hochinzidenzgebiet

Eine tropische Insel auf den Malediven.
Auch die Malediven werden jetzt vom Robert Koch-Institut in der Liste der Hochrisikogebiete aufgeführt.

Im aktuellen Infektionsgeschehen tut sich – vor allem dank Omikron – einiges: Bei uns werden Rekord-Inzidenzen gemeldet und auch der Blick auf die RKI-Liste zeigt, dass die Virus-Variante besonders hier in Europa ihr Unwesen getrieben hat und noch immer treibt. Neben beliebten europäischen Urlaubsländern wie Italien und Malta, die seit dem 1. Januar als Hochrisikogebiete gelten, kommen nun – ab dem 23. Januar – unter anderem auch noch Brasilien, Indien, Japan, die Malediven und Marokko hinzu. Für insgesamt 19 Staaten gelten ab sofort bestimmte Reisewarnungen, Quarantäne-Regeln und Einreisebestimmungen.

Aber: Dafür hat das Robert Koch-Institut keine neuen Virusvariantengebiete mehr zur Liste hinzugefügt. Welche Länder sonst aktuell noch als Hochrisiko- und Virusvariantengebiete gelten, und was genau das für unseren Urlaub bedeutet, lesen Sie hier.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de

Keine Einteilung mehr in "einfaches Risikogebiet"

Seit dem 1. August 2021 werden Risikogebiete nur noch in zwei Kategorien ausgewiesen: Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete. Die Kategorie der „einfachen“ Risikogebiete entfällt damit. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Internetseite erklärt, bedeute das allerdings nicht, dass für die Gebiete, die vorher als „einfaches“ Risikogebiet kategorisiert wurden, kein Risiko mehr bestehe. „Es besteht vielmehr weltweit ein relevantes erhöhtes Infektionsrisiko.“

Die Einstufung als Hochrisiko- und Virusvariantengebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Während Reiserückkehrer vor dem 1. August nur bei der Einreise aus einem Risikogebiet nachweisen mussten, dass sie negativ getestet, geimpft oder genesen sind, gilt nun eine generelle Nachweispflicht:

Alle Reiserückkehrer ab 12 Jahren müssen bei der Einreise nach Deutschland entweder einen aktuellen Corona-Test, einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder einen Genesenen-Nachweis vorzeigen können. Diese Einreiseregeln gelten für alle Länder, egal ob man aus einem Nicht-Risikogebiet, einem Hochrisikogebiet oder einem Virusvariantengebiet einreist, auch unabhängig von der Art der Transportmittel.

Übersicht Einreiseverordnung seit dem 1. Augst
Was bei Einreise nach Deutschland gilt, richtet sich nach dem jeweiligen Gebiet, aus dem Sie kommen.

Hochrisikogebiet

Hochinzidenzgebiete oder – wie es mittlerweile auf der Internetseite des RKI heißt – Hochrisikogebiete sind „Gebiete mit besonders hohem Infektionsrisiko durch besonders hohe Inzidenzen für die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2“.

Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreist, muss:

  • sich anmelden: Reisende nach Voraufenthalt in einem Risikogebiet sind verpflichtet, die digitale Einreiseanmeldung unter www.einreiseanmeldung.de auszufüllen und die erhaltene Bestätigung bei Einreise mit sich zu führen.
  • nachweisen: Reisende nach Voraufenthalt in einem Hochrisikogebiet müssen einen Test-, Impf- oder Genesenennachweis mit sich führen und diesen ggf. vorlegen. Die Nachweise müssen über das Einreiseportal unter www.einreiseanmeldung.de hochgeladen werden.
  • in Quarantäne: Urlauber, die sich in einem Hochrisikogebiet aufgehalten haben, müssen sich grundsätzlich direkt nach Ankunft nach Hause – oder in eine sonstige Beherbergung am Zielort – begeben und zehn Tage lang in häusliche Quarantäne. Die Quarantäne kann vorzeitig beendet werden, wenn Reisende einen Genesenennachweis, einen Impfnachweis oder einen negativen Testnachweis über das Einreiseportal der Bundesrepublik übermitteln. Nach Voraufenthalt in Hochrisikogebieten kann eine Testung frühestens fünf Tage nach Einreise vorgenommen werden. Für Kinder unter 12 Jahren endet die Quarantäne nach Voraufenthalt in einem Hochrisikogebiet nach dem fünften Tag der Einreise automatisch. Geimpfte und Genesene können die Quarantäne ab dem Zeitpunkt beenden, an dem der Impf- oder Genesenennachweis über das Einreiseportal übermittelt wird. Dringend empfohlen: Übermitteln Sie Ihren Nachweis bereits VOR der Einreise, dann muss die Quarantäne nicht angetreten werden.

Folgende Länder gelten aktuell als Hochriskogebiet

  • Albanien
  • Algerien (seit dem 23. Januar)
  • Andorra
  • Ägypten
  • Argentinien
  • Äthiopien
  • Australien
  • Bahamas
  • Barbados
  • Belarus
  • Belgien
  • Bhutan (seit dem 23. Januar)
  • Bosnien und Herzegowina
  • Botsuana
  • Brasilien (seit dem 23. Januar)
  • Bulgarien
  • Cabo Verde
  • Chile (seit dem 23. Januar)
  • Costa Rica
  • Dänemark – inklusive der Färöer und Grönland
  • Dominica
  • Dominikanische Republik
  • Ecuador (seit dem 23. Januar)
  • Estland
  • Eswatini
  • Finnland
  • Frankreich – inklusive des Übersee-Departements Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Mayotte, Réunion, St. Martin, St. Barthélemy, St. Pierre und Miquelon
  • Georgien
  • Ghana
  • Griechenland
  • Haiti
  • Indien (seit dem 23. Januar)
  • Irland
  • Island
  • Israel
  • Italien
  • Jamaika
  • Japan (seit dem 23. Januar)
  • Jemen
  • Jordanien
  • Kamerun
  • Kanada
  • Kasachstan (seit dem 23. Januar)
  • Katar
  • Kenia
  • Kolumbien
  • Kongo, Republik
  • Korea (Demokratische Volksrepublik)
  • Kosovo (seit dem 23. Januar)
  • Kroatien
  • Lesotho
  • Lettland
  • Libanon
  • Libyen
  • Liechtenstein
  • Luxemburg
  • Litauen
  • Malawi
  • Malediven (seit dem 23. Januar)
  • Malta
  • Marokko (seit dem 23. Januar)
  • Mexiko
  • Moldau, Republik (seit dem 23. Januar)
  • Monaco
  • Mongolei (seit dem 23. Januar)
  • Montenegro
  • Mosambik
  • Namibia
  • Nepal (seit dem 23. Januar)
  • Niederlande und die Überseegebiete Aruba, Bonaire, Curaçao, Sint Eustatius, Saba, St. Martin
  • Norwegen
  • Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Mittelberg und Jungholz und dem Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee
  • Paraguay (seit dem 23. Januar)
  • Papua-Neuguinea
  • Peru
  • Philippinen
  • Polen
  • Portugal inkl. der Azoren und Madeira
  • Rumänien (seit dem 23. Januar)
  • Russische Föderation
  • San Marino
  • Saudi-Arabien (seit dem 23. Januar)
  • Schweden
  • Schweiz
  • Serbien
  • Seychellen
  • Simbabwe
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien inkl. der Balearen und Kanarischen Inseln
  • Südafrika
  • Syrische Arabische Republik
  • Tadschikistan
  • Tansania
  • Trinidad und Tobago
  • Tschechische Republik
  • Tunesien (seit dem 23. Januar)
  • Türkei
  • Turkmenistan
  • Uganda
  • Ungarn
  • Uruguay
  • Usbekistan (seit dem 23. Januar)
  • Venezuela
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland inkl. der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete
  • Vereinigte Staaten von Amerika
  • Vietnam
  • Zypern

Virusvariantengebiet

Als Virusvariantengebiete werden Risikogebiete eingestuft, in denen eine Virusvariante des Coronavirus verbreitet auftritt, die zeitgleich in Deutschland nicht verbreitet auftritt. Wichtige Kriterien sind dabei, ob die Variante vermutlich oder nachweislich leichter übertragbar ist, aufgrund einer anderen Eigenschaft das Infektionsgeschehen beschleunigt, die Krankheitsschwere verstärkt oder die Wirkung einer Immunität gegen das Coronavirus abschwächt.

Wer aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland einreist, muss:

  • allen Einreiseregeln nachkommen, die auch für die Einreise aus einem Hochrisikogebiet gelten (siehe oben).
  • sich testen lassen: Anders als bei der Einreise aus einem Hochrisikogebiet reicht bei der Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet nicht der Impf- oder Genesenennachweis. Reiserückkehrer müssen hier einen negativen Coronatest nachweisen.
  • in Quarantäne: Statt zehn Tagen müssen Reiserückkehrer aus einem Virusvariantengebiet 14 Tage lang in häusliche Quarantäne gehen. Eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne ist nicht möglich, auch nicht, wenn man geimpft ist. Seitens des RKI heißt es hierzu: „Es besteht aktuell keine Feststellung gemäß § 4 Absatz 2 Satz 5 Corona-Einreiseverordnung durch das RKI, dass ein bestimmter Impfstoff gegen die Virusvariante hinreichend wirksam wäre, die zur Einstufung des Gebiets als Virusvariantengebiet geführt hat. Eine Ausnahme von der Quarantänepflicht für vollständig geimpfte Personen nach Voraufenthalt in einem Virusvariantengebiet besteht demnach nicht.“

Folgende Länder gelten aktuell als Virusvariantengebiet

Aktuell (Stand: 23. Januar) – so das Robert Koch-Institut – gelten keine Staaten und Regionen als Virusvariantengebiete.

Lese-Tipp: Nach Reise ins Variantengebiet: Geimpfte in Quarantäne - macht das Sinn?

(dpa/jos/akr/vdü/dhe/dbö)