Seltenes Wetter-Phänomen

Mammatus - verrückte Beutelwolken: Seltenes Wetterphänomen erklärt

Was ist eine Mammatus-Wolke?

Als Mammatus werden spezielle Wolkengebilde bezeichnet, die brust- oder beutelartig an normalen Wolken herunterhängen. Das Wort leitet sich vom lateinischen Begriff "Mamma" für die weibliche Brust ab. Forscher sind sich noch nicht vollkommen einig, wie die Mammatus-Wolken entstehen, doch es gibt einen Erklärungsansatz. Durch Abwinde, die in eisigen Bereichen innerhalb der Wolken entstehen, kommt es zu der brustartigen Struktur.

Zu sehen sind Mammatus-Wolken vor allem bei Gewittern und Schauern

Zu sehen sind Mammatus-Wolken vor allem bei Gewittern und Schauern. Da Gewitter meistens in den Sommermonaten herrschen, werden die Quellformen an Wolken zu dieser Zeit besonders häufig beobachtet. Im Winter treten sie eher seltener auf.

Die Mammatus-Strukturen sehen im Zusammenspiel mit der Sonne sehr farbenreich aus. Bei einem rötlich-goldenen Sonnenuntergang gibt es starke Reflexionen, die zu einem bunten Wolkenbild führen.

Oft bilden sich Mammatus an der Basis von Cumulonimbus-Wolken. Die tiefstehende Sonne färbt sie rötlich oder gelb, zwischen den Auswüchsen sind dunkle Schatten zu sehen.
Durch ihre außergewöhnliche Form machen die Mammatus-Wolken neugierig und sorgen für Fragezeichen: Wie entstehen solche verrückten Wolkenformationen?

Grundlagen: Wie entstehen die Mammatus-Wolken?

Bei Gewittern oder Kaltfronten steigen große Massen an feuchtwarmer Luft auf. Sie geben dabei Wärme an höhere Luftschichten ab. Das geschieht durch die im verdunsteten Wasser gespeicherte Energie:

  • Regnet sich eine Wolke aus, wird dabei Wärme frei, die an die Umgebung abgegeben wird (Kondensationswärme).
  • Der Regen, der aus der Wolke nach unten fällt, verdunstet wiederum beim Fallen teilweise und kühlt dadurch die Luft auf seinem Weg wieder ab (Verdunstungskälte).

So bildet sich die Mammatus-Struktur

So kann es passieren, dass kältere, vom Regen gekühlte Luft über einer feuchtwarmen Luftmasse zu liegen kommt. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht, weil die kältere Luft oben eigentlich schwerer ist als die warme und deshalb unter sie absinken will.

Sie muss dafür aber erst an der darunter liegenden Warmluft vorbei. Dabei entstehen kleine Pakete aus der Kaltluft, die in Form eines Beutels nach unten fallen. Zwischen den einzelnen Beuteln strömt dann die Warmluft dorthin wo sie hin will: der Kaltluft entgegengesetzt von unten nach oben.

Am Äquator entstehen übrigens die größten und auffälligsten Mammatus-Strukturen, da dort die besten Voraussetzungen zur Bildung der seltsamen Beutelwolken herrschen..