Tier konnte sich kaum noch rühren

Mallorca: Taucher befreien Buckelwal aus tödlichem Geisternetz

Mit vereinten Kräften ist es vier Tauchern gelungen, einen etwa zehn Meter langen Buckelwal aus einem Treibnetz zu befreien. Das Tier konnte sich kaum bewegen und gelangte nur noch mit Mühe an die Oberfläche, um zu atmen. Wie die Retter den Wal befreien, zeigen wir im Video.

Buckelwal vor Küste Mallorcas war wohl über Wochen in Treibnetz gefangen

Zwei Tauchschulen waren an der Rettungsaktion beteiligt. Ganz behutsam hatten die Taucher den Wal mit Hunderten Schnitten langsam aus dem Netz befreit, selbst Kopf und Augen waren gefangen. Die Bleigewichte zogen den Meeressäuger in die Tiefe, das Tier kämpfte um sein Überleben. Wochenlang muss der Wal so verharrt haben, ehe ein Ausflugsboot das schon stark geschwächte Tier anderthalb Kilometer vor der Küste von Porto Cristo auf Mallorca entdeckt hat.

Eine gefährliche Rettungsaktion, denn das Tier hätte jederzeit in die Tiefe abtauchen, die Retter mit sich ziehen können. Auch ein einzelner Schlag mit der Flosse kann tödlich enden. Der Wal jedoch scheint zu merken, dass die Menschen ihm helfen wollen. Er hält ganz still, bewegt seine Flossen nicht, wie die Videoaufnahmen zeigen.

Geisternetze werden in den Meeren zur tödlichen Falle

Treibnetze sind auch bekannt als Wände des Todes. Jedes Jahr gelangen geschätzt 640.000 Tonnen sogenannte Geisternetze in die Weltmeere – eine Todesfalle für die Lebewesen dort. „Die Tiere geraten dann irgendwann auch in Panik und verstricken sich immer tiefer in die Netze. Die schneiden ins Fleisch“, so Sandra Schöttner von „Greenpeace“. „Letztendlich, wenn ein Tier nicht an die Oberfläche zurückkehren kann, um zu atmen, dann über kurz oder lang ersticken die Tiere, ertrinken qualvoll und verenden.“

Nach einer Stunde war es geschafft, der Buckelwal befreit. Die beeindruckenden Aufnahmen stammen von dem Fotografen Pedro Riera, der die Rettungsaktion dokumentierte und die Bilder der „Mallorca Zeitung“ zur Verfügung stellte. Nach der Befreiung schwamm der Buckelwal langsam ins offene Meer hinaus und verschwand. (cwa)