Kann ich meinen Urlaub jetzt kostenfrei stornieren?

 Während der Corona-Pandemie und nach dem Lockdown konzentriert sich das Nachtleben an der Playa de Palma auf der Insel Mallorca auf die so genannte Bierstraße -Sicherheitsabstände werden offenkundig nicht durchgängig eingehalten, Masken als Mund-Nas
Während der Corona-Pandemie und nach dem Lockdown konzentriert sich das Nachtleben an der Playa de Palma auf der Insel © imago images/Chris Emil Janßen, Chris Emil Janssen via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Schinkenstraße muss schließen: Was, wenn mir die strengen Corona-Regeln den Urlaub vermiesen?

Seit dem 13. Juli gilt die verschärfte Maskenpflicht auf Mallorca. Und jetzt auch noch das: Die Verwaltung der Baleareninsel hat angeordnet, dass die Lokale auf den beliebten Partymeilen Bier- und Schinkenstraße mit sofortiger Wirkung schließen müssen. Damit reagiert die Urlaubsregion auf den zunehmend unvorsichtigen Umgang mit der Maskenpflicht, vor allem der Partygäste, die am Wochenende ausgelassen am Ballermann feierten und die Corona-Regeln dabei scheinbar völlig vergaßen. Was also, wenn man den gebuchten Malle-Urlaub wegen der verschärften Bedingungen nun doch nicht mehr antreten möchte? Rechtsanwältin Nicole Mutschke und RTL-Reiseexperte Ralf Benkö schätzen ein, wie die Chancen für eine kostenfreie Stornierung stehen.

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Partymeilen auf Mallorca müssen schließen: Darf ich jetzt kostenfrei stornieren?

Ein Partyurlaub auf Mallorca stand durch Corona ohnehin schon unter einem sehr schlechten Stern, nun machen auch noch die Lokale auf den liebsten Partymeilen der Touristen zu. Wer im Malle-Urlaub auf etwas mehr Ausgelassenheit gehofft hatte und nun für das vermasselte Urlaubsfeeling Geld zurück möchte, für den sieht es jedoch schlecht aus. „Die Schließung der Lokale alleine wird dafür nicht ausreichen“, meint Rechtsanwältin Nicole Mutschke, „schließlich gibt es noch keine Reisewarnung für Spanien.“ 

Malle-Urlaub wegen Maskenpflicht kostenlos stornieren: Kann das klappen?

Auch RTL-Reiseexperte Ralf Benkö ist eher pessimistisch, dass Urlauber wegen der strengeren Tragepflicht ihr Geld beim Reiseveranstalter oder Hotel zurückverlangen können. "Die Schwierigkeit ist, dass man normalerweise nur kostenfrei stornieren kann, wenn es erhebliche Beeinträchtigungen gibt, die auch unvermeidbar sind - also das, was man früher als ‘höhere Gewalt’ bezeichnet hat“, erklärt Ralf Benkö. „Ob jetzt dazuzählt, dass man längere Zeit eine Maske tragen muss? Ich glaube: nein.“ 

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Lohnt es sich zu klagen?

Auch ob es sich lohnt, sich das Geld für die Buchung durch rechtliche Schritte zurückzuholen, sei aktuell äußert unsicher. Das Problem dabei, sagt Ralf Benkö, sei, dass es bisher einfach noch keine Vergleichsurteile gebe: „Normalerweise arbeitet man im Reiserecht so, dass man sich bestehende Urteile anschaut und prüft, was es bisher für Präzedenzfälle gab und was das für meinen Fall bedeutet. Aber eine solche Pandemie hatten wir noch nicht.“ Ob Stornierungsfragen und -klagen von Erfolg gekrönt sein werden, das könne man erst sagen, wenn die ersten Urteile gefällt wurden. 

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Umfrage auf Mallorca: Was halten die Touristen von der verschärften Maskenpflicht?

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