-10 Grad! Kaltstart in den Frühling

Märzwinter 2021: Polarluft sorgt für Schnee und Frost

Winter geht in die Verlängerung

Nicht umsonst gibt es den Begriff des Märzwinters. Denn es kann durchaus vorkommen, dass der Winter im März noch einmal ausholt. Das gab es zum Beispiel auch im März 2013. Zugegebenermaßen muss man aber auch feststellen: In Zeiten des Klimawandels sind die Märzwinter in den vergangenen Jahren selten geworden. Hier alle Details zum späten Winternachschlag genau zum kalendarischen Frühlingsanfang.

Oben im Video: So stellt unsere Wetterlage auf den Spätwinter um.

Wie sieht die Wetterlage aus, die uns die Kälte bringt?

15.02.2021, Hamburg: Ein Mann befreit die Windschutzscheibe seines Fahrzeugs vom Neuschnee. Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Zwischen einem Hoch über dem Atlantik und einem Tief über der Ostsee strömt feuchtkalte Polarluft nach Deutschland. © dpa, Marcus Brandt, bra exa

RTL-Meteorologe Carlo Pfaff fasst die Entwicklung zusammen: „Zwischen einem Hoch über dem Atlantik und einem Tief über der Ostsee strömt feuchtkalte Polarluft nach Deutschland. Auch die nächsten Tage geht der Märzwinter mit nasskaltem Aprilwetter weiter, im Bergland gibt es bis Samstag noch einiges an Neuschnee.”

Kalendarischer Frühlingsanfang 2021 zeigt sich richtig kalt

RTL-Meteorologe Pfaff: „Im Laufe des Wochenendes beruhigt sich das Wetter. Und damit wird es nachts nochmals deutlich kälter. Der kalendarische Frühlingsbeginn am Samstag startet dementsprechend alles andere als frühlingshaft. So liegen die Temperaturen morgens zwischen -2 und -7 Grad. Am Alpenrand sowie in geschützten Lagen der Mittelgebirge sind sogar um die -10 Grad nicht auszuschließen.”

Damit ist tatsächlich zum exakten Zeitpunkt des Frühlingsbeginns am Samstag, 20.März 2021 um 10:37 Uhr nahezu das ganze Land noch eingefroren.

Warum fängt am Samstag genau der Frühling an?

01.03.2021, Baden-Württemberg, Mundelsheim: Die Sonne geht hinter kahlen Reben auf. Am 1. März ist der meteorologische Frühlingsbeginn. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Am Samstag um 10:37Uhr steht die Sonne genau senkrecht über dem Äquator. © dpa, Sebastian Gollnow, scg cul

Carlo Pfaff erklärt: „Am Samstag um 10:37Uhr steht die Sonne genau senkrecht über dem Äquator und das ist somit der exakte Zeitpunkt des kalendarischen oder auch astronomischen Frühlingsbeginns. Tag und Nacht gleich lang, weshalb auch an der Tag-Nacht-Gleiche gesprochen wird.”

Meteorologisch und kalendarisch: So fangen unsere Jahreszeiten an.

Gefühlte Temperaturen: Der Windchill lässt uns bibbern

Der Windchill oder die Windchill-Temperatur zeigt uns an, wie kalt sich die gemessenen Temperaturen auf unserer Haut anfühlen. Und weil vor allem am Freitag noch ein lebhafter Nordost-Wind hinzukommt, fühlen sich die Höchstwerte -1 bis 7 Grad nochmals deutlich kühler an.

Bibberfeeling am Freitag: So kalt wird es am letzten Wintertag

Die Wetterstatistik: Wie außergewöhnlich ist der Märzwinter eigentlich?

Mädchen trocknen am 20.03.2014 in Staufen (Baden-Württemberg) über einem Stadtbächle ihre Füße in der Sonne. Foto: Patrick Seeger/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Der März 2017 war im Vergleich zum langjährigen Mittel um 4 Grad zu warm. © dpa, Patrick Seeger

Pfaff: „Einen richtigen Märzwinter mit 2 bis 3 Grad unterm langjährigen Mittelwert gab es in den vergangenen zwei Jahrzehnten tatsächlich nur zweimal. Nämlich 2006 und 2013. Ansonsten waren die zu warmen oder deutlich zu warmen Märzmonate in der Überzahl. Ganz vorneweg der März 2017. Der fiel im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1961 bis 1990 fast 4 Grad zu warm aus.”

Märzwinter und Polarwirbel 2021: Hier die wichtigen Links zum Thema

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