Lost Lake: Das Geheimnis des verschwundenen Sees

See verschwindet einmal im Jahr

Besucher des Mount Hood Nationalparks im US-Bundesstaat können dort im Herbst oder Winter einen schönen See entdecken. Kehren sie im Frühjahr oder Sommer zurück, ist er weg. Und das ist jedes Jahr so.

Der Lost Lake im Mount Hood Nationalpark
Der Lost Lake macht sich durch dieses Loch dünne.

Im Mount Hood Nationalpark im US-Bundesstaat Oregon gibt es einen See, der im Sommer verschwindet und im Herbst wieder da ist, den Lost Lake. Es zieht nicht etwa jemand den Stöpsel wie in einer Badewanne, der natürliche Abfluss in Form zweier Lavatunnel besteht immer. Nur wird dem mysteriösen See im Herbst und Winter durch Regen und verschiedene Zuflüsse mehr Wasser zugeführt als abfließen kann. Im Frühjahr kippt dieses Gleichgewicht. Wegen mangelnder Wasserzufuhr verschwindet das Wasser mehr oder weniger komplett durch die beiden Löcher, sickert durch die Gesteinsschichten und gelangt irgendwann ins Grundwasser. Auf der Oberfläche kann sich die Wiese breitmachen. Jahr für Jahr spielt sich dieses Phänomen ab.

In Oregon sind Lavatunnel nicht ungewöhnlich. Die Cascade Mountains, die von British Columbia in Kanada bis in den Norden Kaliforniens parallel zur Westküste von Nordamerika verlaufen, sind vulkanischen Ursprungs. Lavatunnel entstehen, wenn die Lava an der Luft erkaltet und außen eine harte Kruste bilden. Innerhalb des Stroms fließt die Lava weiter. Lässt die Lavazufuhr nach, bleibt ein hohler Tunnel zurück. An den beiden Abflusslöchern des Lake Lost war die Tunnelwand zusammengebrochen, so dass er sich dort entleert, wenn nicht genügend Wasser nachkommt.