Horror-Szenario in China

Sturm zerstört Glasbrücke: Tourist baumelt in 100 Metern Höhe über dem Abgrund

Hitzige Diskussion über Sicherheit von beliebten Glasbrücken-Attraktionen

Heftiger Wind hat die Glasplatten einer Glasbrücke in China abgehoben oder zerstört, zahlreiche Touristen mussten aus hundert Metern Höhe von Einsatzkräften gerettet werden. Ein Foto des Vorfalls zeigt einen Mann, der sich am Geländer festklammert und über dem Abgrund festhängt.

So sieht die Brücke eigentlich aus: Die Glasplatten lassen die Touristen 100 Meter in die Tiefen blicken.
So sieht die Brücke eigentlich aus: Die Glasplatten lassen die Touristen 100 Meter in die Tiefen blicken. © hinhuanet

Alle Skywalk-Besucher konnten in Sicherheit gebracht werden

Der Sturm sei am 7. Mai mit maximal 140 km/h über die Piyanshan Glasbrücke gefegt. Sie erstreckt sich in hundert Metern Höhe über Baumwipfel nahe der chinesischen Stadt Longjing, berichtet die Nachrichtenagentur „Xinhua“. Mehrere Glasplatten seien dabei im Piyan Mountain Resort davon geweht worden. Touristen konnten sich in Sicherheit bringen – auch der männliche Besucher, der auf dem Bild zu sehen ist. Mithilfe von Feuerwehr, Polizei, Forstamts- und Ressortpersonal sei der Mann „in Sicherheit gekrabbelt“. Er sei unverletzt gewesen, musste im Krankenhaus jedoch psychologisch betreut werden.

Bei Starkwetter muss die Brücke in China eigentlich geräumt werden

Der Vorfall war über die chinesische Social Media-Plattform „Weibo“ bekannt geworden und wurde dort übers Wochenende viel diskutiert. Viele äußerten sich skeptisch über die Sicherheit der immer beliebter werdenden Glasbrücken und Skywalks in China. Seit 2016 seien „Xinhua“ zufolge mindestens 60 solcher Touristenattraktionen im ganzen Land gebaut worden, die bekannteste ist in Zhangjiajie. Die Glasbrücke dort ist 430 Meter lang und bis zu 300 Meter hoch.

Auch die Unfall-Brücke bei Longjing ist bei Touristen sehr beliebt – auch wegen eines technischen „Splittereffekts“, untermalt von entsprechenden Geräuschen, die einen bei jedem Schritt glauben machen, die Platten würden unter den Füßen zerspringen.

„Xinhua“ zufolge gelten für Glasbrücken strenge Vorschriften. So dürfen sie etwa nicht in Gegenden mit seismografischen Erdbewegungen gebaut werden. Bei Starkwetter müsse die Anlage zudem eigentlich außer Betrieb genommen werden. Das Piyan Mountain Resort ist nach dem Vorfall geschlossen. Weshalb die Brücke trotz Sturms geöffnet war, müsse nun geklärt werden.

cwa