Forschung für Marsmissionen

Simulation in der Negev-Wüste soll Leben auf dem Roten Planeten testen

Test für bemannte Missionen auf dem Mars

Eine internationale Gruppe Wissenschaftler erforscht in der israelischen Negev-Wüste, wie das Leben auf dem Mars möglich sein könnte. Das Projekt unter Leitung des Österreichischen Weltraum Forums soll die bis Ende Oktober die Grenzen zukünftiger bemannter Missionen auf dem Roten Planeten austesten. Fehler sind dabei erwünscht.

Analog-Astronauten im Ramon-Krater

Analog-Astronautinnen, Mehlis und Köhler, Weltraumanzug
Zum ersten Mal haben unsere beiden Analog-Astronautinnen Anika Mehlis und Carmen Köhler eine gemeinsamen EVA (Extravehicular Activity) und somit einen „Weltraumspazierung“ nur mit Frauen durchgeführt. © OeWF, Florian Voggeneder

Die Mars-Simulation findet im Ramon-Krater in der israelischen Negev-Wüste statt und ist bis Ende Oktober angesetzt (31. Oktober). Das Team aus sechs Analog-Astronauten kommt aus Portugal, Spanien, Israel, Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Die deutsche Anika Mehlis ist dabei die einzige Frau unter den Analog-Astronauten.

Die Leitung hat der Österreicher Gernot Grömer, Direktor des ÖWF, inne. Unterstützt wird die sechsköpfige Gruppe von weiteren Teammitgliedern, dem sogenannten On Site Support (OSS). Das kümmert sich um die Infrastruktur, die am Mars vorhanden sein muss, damit die Mission reibungslos verlaufen kann. Das OSS-Team ist ebenfalls in Israel in der Nähe des Testgeländes stationiert, hat jedoch keinen direkten Kontakt zu den Analog-Astronauten.

Test der Aouda-Raumanzüge

Analog-Astronauten sind speziell auf den 50kg schweren ÖWF-Mars-Raumanzugssimulator „Aouda“ trainiert haben eine mehrmonatige Grundausbildung absolviert. Sie werden bei technischen Tests und Mars-Simulation eingesetzt. Sie leben mehr oder weniger isoliert auf der Amadee-20-Mars-Simulationsstation. Das OSS begleitet sie nur mit einigem Abstand bei den Außeneinsätzen, um die Sicherheit der Crew sicherzustellen. Mehr als 20 Experimente wird das Team in den kommenden drei Wochen durchführen, inklusive dem Test einer Drohne, die ohne GPS funktionieren muss. Daneben soll ein Rover gesteuert werden, der bei der Kartographierung des Geländes hilft.

Grömer gibt einen Einblick warum er diese Mission für wichtig hält in Bezug auf zukünftige Mars-Missionen: „Wir haben das Motto: Scheitere schnell, scheitere günstig und habe eine steile Lernkurve. Denn jeden Fehler, den wir hier auf der Erde machen, werden wir hoffentlich auf dem Mars nicht noch einmal machen, da wir ihn bereits auf der Erde gemacht haben.“

Ramon-Krater ähnelt der Mars-Oberfläche

Amadee 20, ÖWF, Basisstation, Negev-Wüste
Die Amadee-20-Station wurde in der israelischen Negev-Wüste errichtet. © © Florian Voggeneder, All Rights Reserved, Florian Voggeneder

Der Ramon-Krater wurde ausgewählt, weil er der Oberfläche des Mars’ ähnelt. Unterstützung erhält das ÖWF von der israelischen Weltraumbehörde (ISA), die half die Basis in der israelischen Wüste zu errichten.

ÖWF-Direktor Grömer freut sich über die Zusammenarbeit: „Mit der Israel Space Agency haben wir einen starken und zuverlässigen Partner für unsere nächste Mars-Analog-Mission gewonnen. Mit AMADEE-20 werden wir die Realitätsnähe unserer Mars-Missionssimulationen weiter steigern können. Während der vierwöchigen Missionsdauer werden unsere sechs Analog-Astronauten in einem speziell für AMADEE-20 gebauten Habitat leben und arbeiten.“

Die Tests rund um eine bemannte Mission zum Mars werden konkreter. Je mehr dabei schief läuft, desto weniger Fehler werden „richtige“ Astronauten auf dem Roten Planeten machen. Dort könnten sie bei der lebensfeindlichen Umgebung des Mars’ tödlich ausgehen.

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(kfb)