Lawinenwarnung: Im Westen der Schweiz herrscht eine sehr kritische Lawinensituation

Lawinenwarnung: Schweiz
© picture alliance / Roland Mühlan, Roland Mühlanger

Lawinenwarnung für die Schweiz

Im Westen der Schweiz herrscht eine sehr kritische Lawinensituation. Schneedecke

Mit starkem Westwind und Neuschnee entstehen weitere, im Westen und Norden teils große Triebschneeansammlungen. Diese überlagern ältere Triebschneeschichten, welche oft auf einer kantig aufgebauten Altschneeoberfläche oder auf Oberflächenreif liegen.

Tiefer in der Schneedecke sind Krusten und schwache, kantig aufgebaute Schichten eingelagert. Am ungünstigsten ist der Schneedeckenaufbau im Wallis und in Graubünden. Hier können Lawinen stellenweise im Altschnee ausgelöst werden. Am Alpennordhang sind mittlere und tiefe Schichten der Schneedecke etwas günstiger, am Alpensüdhang meist günstig aufgebaut.

Wetter Rückblick auf Mittwoch, 28.1.2015

In der Nacht auf Mittwoch endeten die Schneefälle auch im Osten. Tagsüber war es wechselnd bewölkt.

Neuschnee

Von Montagabend bis Mittwochmorgen fielen oberhalb von rund 1000 m folgende Schneemengen:

Nördlicher Alpenkamm von Les Diablerets bis ins Alpsteingebiet, südliches Obergoms, Nordbünden: verbreitet 20 bis 40 cm, in den Glarner Alpen und im Alpsteingebiet lokal bis 60 cm

Westlicher Jura, übrige Teile des Alpennordhangs, des Unterwallis, des Gotthardgebiets, Mittelbündens sowie Engadin nördlich des Inns: 10 bis 20 cm

weiter südlich: weniger oder kein Schnee

Temperatur am Mittag auf 2000 m bei -8 °C

Wind nachts verbreitet mäßig bis stark aus Nord, tagsüber meist schwach bis mäßig auf Nordwest drehend.

Wetter Prognose bis Donnerstag, 29.1.2015

In der Nacht auf Donnerstag setzen aus Westen Schneefälle ein. Die Schneefallgrenze steigt vorübergehend auf rund 1000 m an. In den Alpentälern schneit es bis in die Tallagen. Am Donnerstag lassen die Schneefälle im Tagesverlauf vorübergehend nach. Im Süden fällt nur wenig Schnee.

Neuschnee

Von Mittwochabend bis Donnerstagabend fallen folgende Schneemengen:

Westlicher Jura, Alpennordhang, westlichstes Unterwallis, nördliches Wallis: verbreitet 20 bis 40 cm

übriger Jura, übriges Wallis, Gotthardgebiet, Nordbünden: 10 bis 20 cm

weiter südlich: weniger

Temperatur am Mittag auf 2000 m bei -8 °C

Windim Norden und allgemein in der Höhe stark bis stürmisch aus West

Tendenz bis Samstag, 31.1.2015

Freitag:

In der Nacht auf Freitag fällt vor allem im Westen und im Norden erneut Schnee. Tagsüber ist es im Norden wechselhaft mit Schneeschauern vor allem im Westen. Im Süden ist es recht sonnig. Die Lawinengefahr kann im Westen und im Norden noch etwas ansteigen. Die Lawinensituation ist dort kritisch. In den übrigen Gebieten ändert sie sich kaum.

Samstag:

Im Norden ist es wechselhaft mit Schneeschauern. Im Süden ist es ziemlich sonnig. Die Lawinensituation bleibt vor allem im Westen und im Norden kritisch.

Quelle: slf.ch

Die europäischen Lawinenwarnstufen

1 (gering)

Eine Lawinenauslösung ist nur bei großer Zusatzbelastung an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Spontan sind keine Lawinen (sog. Rutsche) zu erwarten. Allgemein sichere Verhältnisse.

2 (mäßig)

Eine Lawinenauslösung ist bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Größere Lawinen sind nicht zu erwarten. Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt, außer an einigen Steilhängen. Vorsichtige Routenwahl bei den angegebenen Steilhängen und Hangexpositionen.

3 (erheblich)

Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig. Angegebene Steilhänge und Hangexpositionen möglichst meiden.

4 (groß)

Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen möglich. An vielen Steilhängen ist die Schneedecke nur schwach gefestigt. Bei der Routenwahl Beschränkung auf mässig steiles Gelände sowie Beachtung der Lawinenauslaufgebiete. Viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig.

5 (sehr groß)

Spontan sind zahlreiche große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Bei dieser Warnstufe ist in Skigebieten somit kein sicherer Betrieb mehr möglich. Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und instabil. Verzicht auf Touren ist empfohlen.