Lawinengefahr in Osttirol spitzt sich zu

Lawinenwarndienst so früh wie noch nie aktiv

Momentan zeichnet sich eine brisante Lage in Osttirol ab. Die großen Schneemengen sind recht ungewöhnlich für die frühe Zeit im Jahr. Dazu kommt der Föhn und die Schneeverfrachtungen in der Höhe. In den Südalpen könnten es sogar bis zu einem Meter Neuschnee geben. Der Lawinenwarndienst musste sich in diesem Jahr dementsprechend sehr früh aufgestellen.

Wie sicher können wir uns auf den Pisten fühlen? Unser Wetterexperte Björn Alexander war für uns unterwegs und hat mit dem Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol über die Lawinengefahr in den Skigebieten gesprochen. 

Gefahr in der Höhe und in tieferen Lagen

Dass es schon in diesem Jahr und in der noch jungen Saison bereits Lawinentote gegeben hat, ist laut Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol, keine große Überraschung. Ähnliches spielte sich auch im Herbst in den Jahren zuvor ab. Überraschend sind aber die großen bereits gefallenen Schneemengen.

Dadurch, dass die Wettersituationen immer extremer werden, sind auch die Lawinenexperten mehr gefordert. Die Niederschlagsereignisse verlagern sich weiter in die Höhe. Somit fällt der Schnee vor allem in größeren Höhen, den Gletscherregionen und den hochalpinen Seitentälern, die stärker lawinengefährdet sind.

Im hochalpinen Bereich sorgt aktuell der stürmische Föhnwind für Verfrachtungen. In tieferen Lagen besteht Gefahr durch die Gleitschneelawine: Hier ist der Boden noch nicht gefroren und Schneemassen können an steilen Hängen oder über Grasflächen ins Rutschen kommen. 

Das Problem liegt abseits der Piste

Die Skiregionen selber sind stets gut vorbereitet auf den Wintereinbruch. Und auch die Skipisten sind alle von der Lawinenkommission abgesichert. Lawinenunfälle auf den Skipisten selber sind extrem selten. 

Die Ursache für die meisten Lawinenunfälle liegt also abseits der Piste. Wer neben den gesicherten Pisten fährt, ist auf eigene Verantwortung unterwegs und löst schnell eine Lawine aus. Die Skiausrüstung ist in den letzten Jahren zwar immer besser geworden, aber nur ein Hilfsmittel und keine sichere Rettung vor Lawinen. Dementsprechend sollte sich der Skibetrieb besser nur auf den gesicherten Pisten abspielen und sich stets bei den Portalen vom Lawinendienst "lawinen.report" informieren.