Gruppe von Schneemassen verschüttet

Lawinen in Österreich: Sechs Menschen sterben

HANDOUT - 08.03.2020, Österreich, Hallstatt: Bergretter arbeiten im Bereich der Unglücksstelle. Bei einem Lawinenabgang sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Die riesige Lawine ging demnach gegen 9.30 Uhr im Dachsteingebirge unweit der Seethaler Hüt
08.03.2020, Österreich, Hallstatt: Bergretter arbeiten im Bereich der Unglücksstelle. © dpa, -, jae hen

Bisher war der Winter in Österreich hinsichtlich der Lawinenopfer recht glimpflich verlaufen. Doch dann verschüttet ein Schneebrett am Dachstein eine Gruppe von Schneeschuhwanderern. Fünf Menschen sterben dort, ein weiterer Mensch bei einem Lawinenabgang am Großglockner.

Riesige Lawine im Dachsteingebirge

Eine Gruppe bestehend aus drei Frauen und zwei Männern zwischen 27 und 46 Jahren wurde am Dachstein von gewaltigen Schneemassen verschüttet. Die riesige Lawine ging gegen 9:15 Uhr unweit der Seethalerhütte auf einer Höhe von etwa 2.800 Metern ab.

Zeugen versuchten sofort, die Personen mit Suchgeräten zu finden. Letztlich konnten aber erst zwei Stunden nach dem Lawinenabgang zwei Lawinenhunde der Bergrettung die ersten drei Opfer lokalisieren. Alle Reanimationsmaßnahmen bei den fünf Wanderern aus Tschechien blieben ohne Erfolg.

Das Dachsteingebirge gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen für Wintersportler in Österreich. Es liegt an der Grenze der beiden Bundesländer Oberösterreich und Steiermark.

Weitere Lawine am Großglockner

Unweit des Großglockner, Österreichs höchstem Berg, wurde am Sonntag zudem ein 33 Jahre alter Polizist von einer Lawine erfasst und getötet. Der Österreicher wurde zwar nur teilweise verschüttet, erlitt aber laut Polizei so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle starb. Der Mann war mit einem Kurs der Alpinausbildung unterwegs und wurde als einziger von dem Schneebrett erwischt.

Warstufe 3: Erhebliche Lawinengefahr

Die Lawinenwarnlage ist aktuell nicht außerordentlich hoch. In den betroffenenen Gebieten gilt die Warnstufe 3. Das bedeutet erheblich. Die maximale Warnstufe wäre aber die Nummer 5 (sehr große Gefahr).

In den letzten Tagen war neuer Schnee gefallen. Zusammen mit dem Wind besteht die größte Lawinengefahr vor allem durch Triebschnee in den Hochlagen und Steilgeländen. Der labile Schneedeckenaufbau erhöht die Lawinengefahr.

Das Wetter bleibt in den nächsten Tagen in Österreich wechselhaft. In höheren Lagen fällt teils Schnee.

Bisher war die Anzahl der Lawinenopfer in diesem Winter vergleichsweise gering

Erst am vergangenen Mittwoch hatte das Kuratorium für alpine Sicherheit in einem Zwischenbericht mitgeteilt, dass im Winter 2019/2020 verhältnismäßig wenige Lawinenopfer zu beklagen waren. Demnach starben zwischen dem 1. November 2019 und dem 1. März 2020 sechs Menschen durch Lawinenabgänge in Österreich.