Land unter in vielen Teilen Deutschlands: Kreis Wesel ruft Katastrophenalarm aus

Land unter nicht nur in Niederbayern

Nicht nur Bayern, auch Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Rheinland-Pfalz wurden von heftigen Regenmassen heimgesucht. Im Kreis Wesel wurde Katastrophenalarm ausgerufen, ein Damm droht immer noch zu brechen. Auch in anderen Teilen Deutschlands hat es teilweise die ganze Nacht wie aus Eimern geschüttet.

So auch in Nordrhein-Westfalen. Nach den schweren Regenfällen am Niederrhein bangt eine Stadt vor der Hochwasserwelle. Isselburg am Unterlauf des kleinen Flusses Issel bereitet sich mit Hochdruck auf die Hochwasserwelle vom Oberlauf vor. 15.000 Sandsäcke wurden gefüllt, Böschungen auf Schwachstellen untersucht, Pegelstände kontrolliert und die Bevölkerung informiert. Fachleute erwarteten die Welle nach Mitternacht.

Am Oberlauf in Hamminkeln blicken die Menschen mit Sorge auf den Deich an dem kleinen Fluss Issel. Um ihn vom Wasserdruck zu entlasten, wurde er an zwei Stellen aufgeschnitten. Das Wasser lief auf Wiesen und Felder. Wie weit das Risiko für einen Dammbruch dadurch gesenkt wird, kann niemand genau sagen. Am Niederrhein kamen Starkregen und Hagel bis in die Nacht herunter. Mit bis zu 55 Litern auf den Quadratmeter fiel so viel Niederschlag, wie sonst in einem halben Monat. Vielerorts sind Straßen und Keller übergelaufen.

In Düsseldorf war die Feuerwehr im Dauereinsatz. Alleine hier rückte sie zu rund 420 Einsätzen aus. Etwa 240 Mann pumpten unter Wasser stehende Keller und geflutete Tunnel leer.

Im Kreis Vulkaneifel sind seit Mittwochabend Dutzende Keller vollgelaufen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr in Trier. Zudem wurden etliche überflutete Straßen sowie umgestürzte Bäume gemeldet. "Anrufe von Bürgern kamen im Minutentakt."

In Rheinland-Pfalz hat starker Regen in der Nacht die Ahr und zahlreiche Bäche im Kreis Ahrweiler über die Ufer treten lassen. Dabei wurden Keller, Straßen und das Erdgeschoss von Schulen überflutet. In Müsch retteten Feuerwehrleute zwei Männer vom Dach ihres Lastwagens, der im tiefen Wasser auf der Straße nicht mehr weiterkam. An mehreren Schulen fiel der Unterricht wegen Hochwassers aus. Hunderte Feuerwehrleute pumpten im Kreis Ahrweiler zahlreiche Keller leer. Umgestürzte Bäume, Geröll, Schlamm und Überflutungen machten Bundes- und Landstraßen unpassierbar.

Aber auch den Osten hat es in der Nacht wieder nass erwischt. In Dresden kamen 33 Liter auf den Quadratmeter runter und sammelten sich mancherorts in einer braunen Brühe um die Häuser. In Bad Schandau, in der Sächsischen Schweiz, schaufeln die Einsatzkräfte schon seit Tagen immer wieder Matsch von den Straßen. In den letzten eineinhalb Wochen wurden die Menschen dort immer wieder von Erdrutschen heimgesucht.

Im Harz haben heftige Regenfälle am Donnerstag in mehreren Orten überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller verursacht. Besonders stark betroffen waren die Städte Wernigerode und Quedlinburg. Dort fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes am Donnerstagmittag 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter innerhalb von drei Stunden. Das sei außergewöhnlich viel, im ganzen Juni würden üblicherweise 71 Liter pro Quadratmeter gemessen. Die Feuerwehren der Umgebung rückten zu etlichen Einsätzen aus.

Verletzte oder gar Tote wie in Niederbayern gab es im Rest von Regen-Deutschland aber zum Glück nicht.

Enorme Regenmengen:

Im niederbayerbayerischen Simbach am Inn fielen seit Dienstagmorgen etwa 153 Liter pro Quadratmeter Regen. Zum Vergleich: Durchschnittlicher Regen in Salzburg im Juni: rund 155 Liter pro Quadratmeter.

Einen zweiten Regenpeak gab es zwischen Straelen und Xanten (nördlich von Düsseldorf). Dort kamen innerhalb weniger Stunden stellenweise mehr als 50 Liter pro Quadratmeter vom Himmel (Gelder/Walbeck 55,9 Liter pro Quadratmeter). Durchschnittliche Junimenge in Köln: 73 Liter pro Quadratmeter.