Wenn kalter Wind über warmes Wasser fegt

Lake Effect bringt massenhaft Schnee

Was ist der Lake-Effect?

Der Lake Effect, manchmal auch Lake-Effekt geschrieben, ist eine meteorologische Besonderheit, die bei der Überströmung von Kaltluftmassen über relativ warmen Wasserflächen entsteht. Benannt ist er nach den Great Lakes, den Großen Seen, im Norden der USA, an denen dieser Effekt oft auftritt. Der aufgenommene Wasserdampf gefriert und geht am Ufer, das in der Windrichtung liegt, als Schnee nieder. Der Schnee wird als Lake Effect Snow oder Snowsquall bezeichnet.

Frostluft fegt über die warme Ostsee

Kalte Frostluft strömt derzeit über eine längere Strecke über die noch bis zu +4°C „warme“ Ostsee. So ist auch hier der Lake Effect zu beobachten. Diese kalte Luft nimmt Feuchtigkeit auf und erwärmt sich dabei (denn bei der Verdunstung entsteht Wärme). Diese erwärmte Luft steigt auf, kühlt sich dabei wieder ab, die Feuchtigkeit kondensiert und wird in der Frostluft als Schnee ausgeschieden. So schneit es heute in einem Streifen von der Holsteinischen Schweiz über Elmshorn bis ins nördliche Niedersachsen immer wieder. Der Wind aus Ostnordost legt den Verlauf der Schauerstraße fest.

Im Streifen an Fehmarn vorbei, über Eutin hinweg, weiter zwischen Neumünster und Norderstedt hindurch Richtung Bremervörde können 0,5 bis 2 Zentimeter Schnee pro Stunde fallen, zwischendurch sind stellenweise auch mal 5 Zentimeter nicht ausgeschlossen. Bis heute Abend sind also in einem schmalen Streifen durchaus 10 bis 20 Zentimeter möglich.

Am Lake Superior ist der Lake-Effekt am stärksten

So passiert es auch, dass auf der einen Uferseite, an den Great Lakes meist Nordwest- und Südwestufer, kein Schnee liegt, während die gegenüberliegenden Ufer vollkommen eingeschneit sind. Am stärksten ist der Effekt beim großen und sehr tiefen Lake Superior.

Auch in Deutschland kann der Lake Effect also beobachtet werden. Besonders extrem fiel das Phänomen im Februar 2013 in Lübeck aus, wo innerhalb 24 Stunden 50 Zentimeter Schnee fielen.