Eine ganze Reihe sehr bekannter Krankheiten

Längst nicht nur das Coronavirus: Diese Krankheiten kommen von Tieren

Das Coronavirus ist nicht allein

Das Coronavirus hält die Welt in Geiselhaft. Millionen Menschen dürfen ihre Häuser nicht verlassen, unser gesamtes Leben, wie wir es kennen, wird durch dieses Virus gerade auf den Kopf gestellt. Seinen Siegeszug trug das Coronavirus von einem Lebendmarkt in Wuhan an. Dort überwand es die Tier-Mensch-Schranke. Noch ist nicht gesichert, von welchem Tier es kommt, aber mit dem Übergang vom Tier zum Mensch wurde es eine sogenannte Zoonose. Das sind von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheiten. Und da gibt es so einige, die uns Menschen das Leben schwer machen.

Am bekanntesten ist wohl die Malaria

Bei vielen Krankheiten rätselten die Ärzte und Wissenschaftler lange, woher der Erreger wohl kommt. Und bei vielen Krankheiten, die von Tieren übertragen werden, gibt es auch heute nur unzureichenden Schutz. So wie bei der Malaria. Die kleine Anophelesmücke ist einer der größten Killer auf der Erde.

Im Jahr 2018 starben mehr als 400.000 Menschen an der Malaria, auch Sumpf- oder Wechselfieber genannt. Im Jahr 2017 waren es 435.000 Todesfälle und im Jahr 2010 607.000. Die Zahlen sind also zwar rückläufig, aber immer noch eklatant. Kinder unter 5 Jahren sind am stärksten betroffen. 2017 machten sie 61% aller Todesfälle aus. Immerhin schlafen mehr und mehr Menschen im besonders betroffenen Afrika unter Moskitonetzen, aber eine Impfung gibt es bis heute nicht.

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Der größte Killer der Geschichte war die Pest

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Im Mittelalter regierte der Schwarze Tod: die Pest

Im Mittelalter regierte der Schwarze Tod: So wird die Phase zwischen 1346 und 1353 in Europa genannt, die geschätzte 25 Millionen Todesopfer forderte – ein Drittel der damaligen Bevölkerung. Die Pest, das Wort leitet sich vom lateinischen Wort pestis für Seuche ab, kam über Flöhe zum Menschen. Die Flöhe nutzen normalerweise Ratten als ihre Wirte, doch die Nähe der Ratten im Mittelalter zu menschlichen Behausungen brachte die Krankheit auch zum Menschen. Auch heute leben noch Pestbakterien in Nagetierpopulationen, die Krankheit ist aber heutzutage mit Antibiotika zu heilen.

Auch die Grippe kommt von Tieren. Influenzaviren breiten sich immer wieder in Asien aus, wo Menschen auf engstem Raum mit Enten, Hühnern und Schweinen zusammenleben. Ähnlich wie jetzt beim Coronavirus „entkam“ die Vogelgrippe 1997 von einem Hühnermarkt in Hongkong. Im Jahr 2009 piesackte uns die Schweinegrippe, von Experten H1N1 genannt. Diese neue Grippe war immerhin für fast 18.500 Todesfälle verantwortlich.

Masern, HIV, Ebola und Sars

Diese Aufzählung könnte man noch eine ganze Weile fortsetzen. Die wichtigsten weiteren Zoonosen seien an dieser Stelle nur kurz erwähnt. Ähnlich wie Covid-19 schaffte auch SARS (Schweres Akutes Atemwegssyndrom) auf einem asiatischen Tiermarkt den Sprung vom Tier zu Menschen. Experten glauben, dass das Virus über eine Schleichkatze zum Menschen kam. Ein anderes Coronavirus war für die Lungenkrankheit MERS verantwortlich. MERS (Middle East respiratory syndrome) hatte im Jahr 2012 seinen Ursprung auf der Arabischen Halbinsel. MERS kam wahrscheinlich über Fledermäuse zu Dromedaren und von da zum Menschen.  

Ebola schaffte es bei der schlimmen Epidemie 2014/15 in Westafrika von Fledermäusen auf Menschen, HIV entstand aus Lentviren, die in einer Makakenart in Afrika leben. Doch auch in Europa müssen wir uns in Acht nehmen: Wir alle kennen noch die Tollwut-Schilder, die zum Teil bis heute in Wald und Flur stehen. Und nicht zuletzt übertrugen auch unsere Kühe viele Krankheiten an die Menschen: Masern und Brucellose beispielsweise. Und immer wieder erkranken Menschen am Hantavirus, das von der an sich putzigen Rötelmaus übertragen wird.

Mensch und Tier leben zu dicht aufeinander

Die Ausbrüche der Krankheiten und vor allen Dingen immer wieder neuartigen Viren wie jetzt das aktuelle Coronavirus haben in den vergangenen drei Jahrzehnten zugenommen. Warum? Weil immer mehr Menschen auf diesem Planeten leben, die immer tiefer in Regionen vordringen, die als letzte Rückzugsorte für die Tiere gelten. So kommen wir unweigerlich in Kontakt zu diesen scheuen Wesen, die die Viren oft in sich tragen, ohne davon krank zu werden.

Wenn wir den Lebensraum der Tiere mehr und mehr verkleinern, werden wir unweigerlich mit solchen Problemen konfrontiert werden wie jetzt bei Covid-19. Nur, wenn wir unberührte Lebensräume unberührt lassen, wenn wir Tieren und Pflanzen wenigstens ihre letzten Rückzugsorte lassen, wenn wir sie respektieren und tolerieren, haben wir die Chance, von solchen Pandemien künftig verschont zu bleiben. Wir sind nicht allein auf dieser Erde.

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