Kuss unter dem Mistelzweig

Daher kommt der Brauch und was die Pflanze noch kann!

Pärchen steht unter dem Mistelzweig, sie lacht und wendet sich ab.
Der Kuss unter dem Mistelzweig gehört einfach zu Weihnachten dazu © iStockphoto, lev dolgachov

Die Mistel – mystisch und romantisch

Es gehört wohl zu jedem Weihnachtsfilm-Klassiker dazu: Der Kuss unter dem Mistelzweig. Aber woher kommt der Brauch? Dazu gibt es die unterschiedlichsten Theorien. Heutzutage ist der Kuss unter dem Mistelzweig zu einem gängigen Brauch geworden. Nach alter Tradition kann eine junge Frau den Kuss unter dem Mistelzweig nicht verwehren, da das Unglück bringen soll. Darüber lässt sich wahrscheinlich streiten, allerdings nicht darüber, dass die Mistel mehr kann, als man denkt!

Eine Tradition mit vielen Legenden

Mistelzweige dekorativ aufgehängt
Die Mistel gilt als Glücksbringer © iStockphoto, Anna Yu

Woher der Kuss unter dem Mistelzweig genau kommt, ist nicht geklärt, aber es gibt vieleTheorien zu diesem Brauch.

Legende von Frigga: Laut dieser Legende ist der Mistelzweig die heilige Pflanze von Frigga, einer germanischen Göttin. Deren Sohn wurde mit einer Pfeilspitze aus einem Mistelzweig getötet. Frigga weinte viele Tränen, die sich in die perlenartigen weißen Beeren verwandelten, nämlich in die des Mistelzweiges. Ihr Sohn erwachte wieder zum Leben und aus Dank veranlasste Frigga jeden zu küssen, der unter dem Baum vorbeiging.

Ursprung im römischen Fest der Saturnalien: Laut einigen Historikern wurde am 17. Dezember ein Fest zu Ehren des Gottes Saturn gefeiert. Dabei beschenkte man sich auch mit Mistelzweigen, als Zeichen der Freundschaft.

Ursprung aus Skandinavien: Krieger, die unter einer Mistel im Wald zusammenstießen, schlossen Waffenstillstand. Daraus könnte sich der Brauch des Kusses entwickelt haben.

Mehr als nur Deko

Besonders in der Weihnachtszeit werden die Misteln zur Dekoration benutzt und dabei an Decken und Türrahmen befestigt. Früher wollte man auf diese Weise Geister und böse Hexen fernhalten - heute kann man sich darüber erfreuen, dass die immergrüne Pflanze auch ohne Wasser viele Wochen frisch aussieht. Aber Achtung: Die Misteln sollten nicht in die Nähe von Tieren oder Kindern! Bei Verzehr kann es zu Magen- und Darmbeschwerden führen.

Allerdings werden der Mistel auch Heilkräfte zugesprochen. Sie enthält gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe, die entzündungshemmend, beruhigend und blutstillend sein sollen. Obwohl wissenschaftliche Beweise fehlen, werden Mistelpräparate heute bei verschiedenen Krankheitsbildern eingesetzt. Traditionelle Anwendungsgebiete sind Bluthochdruck, Wechseljahresbeschwerden oder degenerative Gelenkerkrankungen wie Arthrose.

Noch mehr Informationen über die Mistel finden Sie in unserem Gesundheitslexikon.