Korallenriff vor Grönland entdeckt

Korallenriff vor Grönland entdeckt
Eine Kaltwasserkoralle: Erstmals haben Forscher ein ganzes Riff vor Grönland gefunden. © picture alliance / WILDLIFE, WILDLIFE/F.Graner

Kaltwasserkoralle reichen vier Grad zum Wachsen

Erstmals haben Forscher ein ganzes Korallenriff vor der Küste Grönlands entdeckt. Das Riff ist laut der Technischen Universität Dänemark in Lyngby etwa 900 Meter lang. Die sensationelle Entdeckung gelang per Zufall, denn ein kanadisches Forschungsschiff war eigentlich in den Gewässern unterwegs, um Wasserproben zu ziehen.

Als die Forscher die Probenbehälter vor der Südwestküste Grönlands wieder aus dem Wasser holte, waren sie ziemlich zerstört. Und statt der Proben hingen ein paar gebrochene Korallenäste an dem Behälter.

"Die Wissenschaftler fluchten und wollten die Korallenstücke schon wieder zurück ins Meer werfen, als ihnen klar wurde, was sie da in ihren Händen hielten", sagte Helle Jørgensbye von der Technischen Universität Dänemark.

Das Riff besteht aus sogenannten Kaltwasserkorallen, die beispielsweise in den tiefen Fjorden Skandinaviens wachsen können. Lange schon hatten die Forscher an die Existenz dieser Riffe geglaubt, nur gefunden hatten sie bisher noch keines.

Das Riff ist wegen starker Strömungen nur schwer zugänglich, außerdem liegt es an einem steil abfallenden Hang. Die Lage des Riffs scheint ziemlich günstig, es wird vom Golfstrom getroffen, das Wasser ist daher immer etwa vier Grad warm, das genügt den Kaltwasserkorallen zum Wachsen.

Die Strömung treibt ihnen die Nahrung entgegen, Licht benötigen die Kaltwasserkorallen nicht, weil sie zum Überleben nicht auf Algen angewiesen sind. Sie ernähren sich allein durch das Angebot, das die Strömung den Korallen zutreibt.