Klimawandel zeigt sich auch in Europa

Klimawandel
Klimawandel zeigt sich auch in Europa © dpa, Andrea Merola

Hochwasser und Hitzewellen nehmen zu

Der Klimawandel trifft nicht nur Entwicklungsländer in Afrika oder Südostasien - auch in Europa wird er immer sichtbarer. Dazu hat das Netzwerk Klimaaktion (CAN) auf der Warschauer Klimakonferenz einen Bericht vorgestellt. Allein die Flut- und Hochwasserschäden in Küstengebieten könnten sich künftig auf bis zu 25 Milliarden Euro jährlich belaufen.

Besonders betroffen sind Belgien, Dänemark, Großbritannien, Portugal und die Niederlande. Auch Hochwasserkatastrophen wie an Rhein, Donau oder Elbe drohten immer häufiger. Etwa 20 Prozent der europäischen Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern sind wegen ihrer Lage "sehr verwundbar" bei Flusshochwasser.

Gleichzeitig drohten Dürren und Hitzeextreme. In einigen Regionen, vor allem in Brandenburg, ist schon jetzt eine deutliche Senkung des Grundwasserspiegels sichtbar. In Großbritannien könnte es in zehn bis 20 Jahren Probleme mit der Wasserversorgung geben. Die Lebensmittelpreise in Europa sind bereits in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen - bei einer Häufung von Dürreperioden und Ernteschäden ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.

Sollten die weltweiten Treibhausgasemissionen nicht verringert werden, könnte der Meeresspiegel bis 2100 um 70 bis 120 Zentimeter ansteigen, sagte Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Auch bei ehrgeizigem Klimaschutz würden es 40 bis 60 Zentimeter. Die meisten der 90 befragten Experten erwarten damit einen höheren Anstieg als der aktuelle IPCC-Bericht voraussagt - dort sind es 28 bis 98 Zentimeter.

Mehr Regen und mehr Hitze - das ist auch das Ergebnis von Berechnungen des Climate Service Center des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Universität Graz. Die Klimasimulationen zeigen ein immer extremeres Wetter in Europa. Vor allem Hitzewellen werden bis Ende des Jahrhunderts immer häufiger.