Klimawandel: Wenn der Permafrost auftaut, kann giftiges Quecksilber freigesetzt werden

Treibhausgase, Viren und Quecksilber

In arktischen Breitengraden ist die Erde oft seit Ewigkeiten gefroren. Fachleute sprechen dann von 'Permafrost'. Große Flächen dieses speziellen Untergrundes werden wegen der Erderwärmung in den nächsten Jahrzehnten auftauen. Und dabei kommt alles mögliche ans Tageslicht: Treibhausgase und möglicherweise sogar spezielle Viren. Eine neue Studie warnt nun vor Quecksilber.

Das größte Quecksilbervorkommen auf dem Planeten

Mikhail Kanevskiy, University of Alaska Fairbanks
35 Meter hoch ragt dieses Flussufer in Alaska aus dem Wasser. Der spezielle Permafrostboden ist gut zu erkennen. (Foto: Mikhail Kanevskiy, University of Alaska Fairbanks) © Mikhail Kanevskiy, Mikhail Kanevskiy, University of Alaska Fairbanks

Paul Schuster ist Hydrologe in einem amerikanischen Forschungsprogramm (dem USGS National Research Program), welches die Wasservorkommen der USA untersucht. Er hat bereits zahlreiche Studien durchgeführt, unter anderem zum sauren Regen oder zu Gletschern. Im Frühjahr hat er eine neue besorgniserregende Studie in einem Fachmagazin veröffentlicht.

Schuster hat Bodenproben in der Arktis ausgewertet und große Mengen Quecksilber gefunden. Er schätzt, dass in Permafrostböden fast doppelt so viel Quecksilber lagert wie in den übrigen Untergründen, den Ozeanen und der Atmosphäre zusammen! Wenn diese toxischen Substanzen in die Nahrungsketten gelangen, könnte das auch für Menschen ein Risiko darstellen.

Der Klimawandel birgt vielfältige Gefahren

Noch ist nicht klar, in welcher Geschwindigkeit das Quecksilber freigesetzt wird, und wie es sich über Nahrungsketten oder atmosphärische Strömungen ausbreiten kann. Eine weitere Studie ist geplant, um die Zusammenhänge näher zu untersuchen.

Vor allem wird aber deutlich, dass der Klimawandel Probleme mit sich bringen kann, die bis vor kurzem noch gar nicht abzusehen waren. Dabei sind bereits genug Gefahren bekannt, wie zum Beispiel extreme Wetterphänomene und der steigende Meeresspiegel.