Klimawandel: Lübeck, Wismar und Stralsund versinken im Meer

Lübeck und Wismar versinken im Meer
Hochwasser in Lübeck © dpa, A3417 Ulrich Perrey

Auch Istanbul, Neapel und Brügge in Gefahr

Nach einer neuen Studie bedroht der Klimawandel zunehmend das Weltkulturerbe. Wobei auch Denkmäler in Deutschland betroffen sein könnten. Forscher der Universität Innsbruck und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) warnen davor, dass ein Ansteigen der globalen Durchschnittstemperatur auf der Erde um ein Grad, weltweit 40 Kulturstätten unmittelbar vom steigenden Meeresspiegel bedroht.

Der Studie zufolge könnte sich in Deutschland das Wasser in den Altstädten von Lübeck, Wismar oder Stralsund breitmachen. Insgesamt stehen weltweit über 750 Kulturdenkmäler auf der Liste der UN-Organisation Unesco.

Klettere die Temperatur um drei Grad, würden sogar 136 Standorte auf lange Sicht unter dem Meeresspiegel liegen, betonte der Wissenschaftler Ben Marzeion von der Universität Innsbruck. Darunter seien die historischen Stadtzentren in Brügge, Neapel, Istanbul und St. Petersburg, aber auch Stätten in Indien und China.

Klimaforscher Anders Levermann vom PIK warnte vor den Auswirkungen auf die Menschheit: „Die globale Durchschnittstemperatur hat sich bereits um 0,8 Grad gegenüber vorindustrieller Zeit erwärmt. Steigen unsere Treibhausgasemissionen weiter an wie bisher, müssen wir bis zum Ende des Jahrhunderts mit einer globalen Erwärmung um bis zu fünf Grad rechnen.“ Damit wären die heutigen Siedlungsgebiete von Millionen von Menschen an den Küsten betroffen.

Bei einer globalen Erwärmung um drei Grad könnten bereits bis zu zwölf Länder der Welt mehr als die Hälfte ihrer derzeitigen Landfläche verlieren. Vor allem Regionen in Südostasien, aber auch der US-Bundesstaat Florida gehörten dazu.