Klimawandel in der Antarktis bedroht die Pinguine

Polarforscher warnt vor Folgen des Klimawandels

Polarforscher warnt vor Folgen des Klimawandels
Der Populations-Rückgang der Adelie-Pinguine ist bedrohlich.

Die Tier- und Pflanzenwelt in der Antarktis leidet zunehmend unter den Folgen des Klimawandels und Störungen durch den Menschen. Die Adelaide Pinguine sind besonders bedroht.

Der Jenaer Polarökologe Hans-Ulrich Peterie ist kürzlich von seiner 25. Polarexpedition zurückgekommen und berichtet von dramatischen Veränderungen, drastisch sei der Populations-Rückgang der Adelie-Pinguine. Auf der Insel Ardley ist die Zahl der Brutpaare von Adelie-Pinguinen massiv gesunken: von einst etwa 1.500 auf nur noch 300 bis 400.

Das sensible Ökosystem reagiert auf den Anstieg der Wintertemperatur. Das Packeis schrumpft, und an dessen Unterseite leben im Winter kleine Krebse, sogenannter Krill, von denen sich die Adelies ernähren. Wenn es davon weniger gibt, verringert sich auch die Zahl dieser Pinguine.

Ähnliche Entwicklungen werden bei den Riesensturmvögeln beobachtet. Eine Kolonie ist von über 100 auf nur noch wenige Paare zurückgegangen. Doch haben sie sich an anderer Stelle neue Brutplätze gesucht.

Das Verhalten der Menschen hat ebenfalls einen direkten Einfluss auf das Leben in der Antarktis. Seit 1985 ist die Zahl der Antarktisstationen auf King George Island gewachsen und auch der Tourismus hat zugenommen. Dadurch gibt es insgesamt viel mehr Störungen etwa durch Fahrzeug- und Flugverkehr sowie Besucher. Gerade die Riesensturmvögel sind sehr anfällig für solche Störungen.

2041 droht die Ausbeutung der Antarktis

Mit Fortschreiten des Klimawandels steigt die Gefahr, dass sich fremde Arten ausbreiten - vor allem Pflanzen, aber auch wirbellose Tiere, insbesondere Insekten. Peterie hofft, dass die Adelies nicht ganz verschwinden: "In den Kerngebieten der antarktischen Halbinsel hat man den Eindruck, dass die Kolonien verschwinden und etwas weiter südlich auftauchen, weil dort das raue Klima moderater geworden ist."

Laut den Thüringer Forschern wäre es zudem eine Katastrophe, wenn 2041 der jetzige Schutzvertrag für die Antarktis ausläuft und dann dort Bodenschätze ausgebeutet würden. Denn das würde vor allem die wenigen eisfreien Gebiete treffen, die für die Tiere und Pflanzen in der Antarktis besonders wichtig sind.

Die Thüringer Forscher setzen inzwischen auch auf Drohnen und Satellitenbilder, um die Entwicklung von Pinguinkolonien zu beobachten.