Klimawandel: Immer weniger Rentiere in der immer wärmeren Arktis

Arktiseis und Klimawandel
Klimawandel: So geht das älteste Eis der Arktis zurück.

NOAA schlägt Alarm - mal wieder!

Die US-amerikanische Ozean- und Klimabehörde NOAA schlägt angesichts der Erwärmung der Arktis Alarm: Die Lufttemperatur am Boden steigt dort weiter etwa doppelt so schnell wie im Rest der Welt. Der diesjährige Zustandsbericht über die Arktis zeigt erneut Rekordverdächtiges auf: das Jahr in der Arktis war das zweitwärmste, das je gemessen wurde, die Eisbedeckung war nur einmal noch geringer, Rekordminimum des Eises in der Beringsee und eine zu frühe Planton-Blüte aufgrund der frühen Eisschmelze. Warum schockt uns das gar nicht mehr? Und warum reagiert niemand?

Die Arktis wird den Rentieren zu warm

Die Rentier-Population nimmt ab. Ist der Klimawandel schuld?
Die letzten ihrer Art? Die Rentier-Population nimmt ab.

Versuchen wir es mal so: Oh nein! Es gibt immer weniger süße Rentiere! Das hat die Behörde nämlich gleich mit ermittelt. Die Zahl der wilden Rentiere und Karibus in der arktischen Tundra ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten um fast die Hälfte zurückgegangen. Ganz sicher sind die Wissenschaftler nicht, was den Rückgang ausgelöst hat. Aber: Eine sich erwärmende Welt führt zu Dürren und hat Auswirkungen auf die Futtersuche, erlaubt die Verbreitung von Krankheiten und Parasiten. Die Wärme kann zudem die Tiere so belasten, dass sie anfälliger für Krankheiten werden und Futtermangel nicht gut überstehen. Schließlich sind die Tiere bestens auf die langen arktischen Winter abgestimmt und nicht auf milde Zeiten.

Video: Erdwärme tut auch Rentieren gut

Rentiere und Karibus sind wichtig!

Der Rückgang der Tiere hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Umwelt: Rentiere und Karibus sind „Schlüssel-Spezies“ in der arktischen Nahrungskette. Manche indigenen Gemeinschaften sind auf das Fleisch der Tiere angewiesen. Rentiere und Karibus sorgen für den natürlichen Kreislauf von Nährstoffen zwischen Pflanzen und Boden und ihre Menge kontrolliert die Zahl der Raubtiere und Aasfresser.