Klimawandel: 2019 könnte das zweitwärmste Jahr werden

2019 rekordverdächtig warm
Die Grafik der nordamerikanischen Wetterbehörde NOAA zeigt zu warme Regionen (rötlich gefärbt) und zu kühle Gebiete (bläulich markiert). Dargestellt wird der Zeitraum vom Januar bis Oktober.

Bereits jetzt ist klar: Das aktuelle Jahr ist rekordverdächtig warm. 2019 könnte als das zweitwärmste Jahr in die Klimastatistik eingehen, seit Klimadaten erhoben werden. Das gilt sowohl, wenn man nur Deutschland betrachtet, als auch auf einer globalen Skala.

Weltweit: Fast 1 Grad zu warm

Von Januar bis Oktober lag die globale Durchschnittstemperatur +0,94 Grad über dem normalen Level (das ist auch die Größenordnung des bisher heißesten Jahres 2016).

So heiß wie noch nie in den letzten 140 Jahren war es in der Südhälfte des afrikanischen Kontinents und im westlichen Indischen Ozean. Auch viele andere Regionen haben dieses Level erreicht: zum Beispiel Teile Australiens, Asiens und Europas - inklusive dem Osten Deutschlands.

Sonst war es meist auch zu warm, nur nicht auf Rekordniveau, wie in der Nordhälfte Afrikas.

Regionen mit zu kalten Temperaturen wie Teile der USA und Kanadas sind die Ausnahme.

Deutschland: 2,1 Grad zu warm

Betrachtet man nur Deutschland, sind die Statistiken ebenfalls deutlich. Bisher waren alle Monate zu warm, außer dem Mai. Unter dem Strich schneidet Deutschland von Januar bis Oktober mit +2,1 Grad Celsius viel zu warm ab.

Damit sind wir auch hier auf einem guten Weg für den zweiten Platz. Platz 1 hat derzeit das Jahr 2018 inne mit +2.3 Grad.

Fazit: Der Klimawandel schreitet voran

Die Erde heizt sich nicht überall gleichmäßig auf. In den USA war in diesem Jahr von der Erwärmung nicht viel zu spüren. Dort gab es sogar einen ziemlich strengen Winter. Allerdings haben dort auch auffallend gefährliche Hurrikane gewütet.

In Deutschland ist die Situation anders. Die extrem heißen Tage in diesem Sommer werden wir so schnell nicht vergessen und auch sonst waren die letzten Monate deutlich zu warm.

Global betrachtet ist die Lage erschreckend klar. Die arktische Eisfläche war im Oktober so klein, wie noch nie zu diesem Zeitpunkt in den vergangenen Jahren (seit entsprechende Messungen vorgenommen werden). Der Wärmeüberschuss ist fast so groß wie bei dem Rekordjahr 2016. Jahr für Jahr werden größere Mengen Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre gemessen. Der Klimawandel schreitet voran.