Klimaschutz-Rangliste: Die ersten drei Plätze bleiben leer - USA sind Letzter

Deutschland nur im Mittelfeld beim Klimaschutz-Index

Auf der Madrider Klimakonferenz haben mehrere Organisationen den jährlichen "Climate Change Performance Index" präsentiert. Das ernüchternde Ergebnis: Keines der 57 überprüften Länder macht genug für das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Deshalb beginnt die Rangliste mit Platz vier. Deutschland liegt im Mittelfeld, die USA sind Letzter. 

Skandinavische Länder und Marokko unternehmen am meisten für Klimaschutz

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Strom aus Wasserkraft - dafür sind die skandinavischen Länder prädestiniert. In Deutschland, wie hier in Bad Tölz, sind die Bedingungen nicht so gut. © imago images / Westend61, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die drei Nichtregierungsorganisationen (NGO) "Climate Action Network" (CAN), Germanwatch und das "New Climate Institut" (NCI) zogen in Madrid eine traurige Bilanz: "Keines der untersuchten Länder macht genug für das Klima", so Co-Autor Niklas Höhne von NCI im Gespräch mit wetter.de.

Weil die ersten drei Plätze leer blieben, führt Schweden auf Rang vier die Rangliste vor Dänemark und Marokko an. Marokko - das überrascht. "In Marokko scheint die Sonne sehr viel und das Land setzt voll auf Sonnenenergie", erklärt Höhne.

Mit Finnland und Norwegen finden sich weitere skandinavische Länder unter den bemühten Nationen der Welt. "Die Skandinavier haben sehr früh mit Klimaschutz angefangen und sie verfolgen sehr ambitionierte Ziele, aus Kohle, Öl und Gas auszusteigen", lobt Höhne.

Portugal leidet unter dem Klimawandel und rutscht ab

Dürre in Portugal
Ausgedörrtes Land entlang des Flusses Guadiana im Süden Portugals. Der Klimawandel hat heute schon deutliche Auswirkungen auf Europa - und trifft den Süden des Kontinents besonders hart. © deutsche presse agentur

Ein tragisches Beispiel des Rankings ist Portugal. Das südeuropäische Land rutschte im Vergleich zum letzten Jahr ab, weil es unter dem Klimawandel leidet. Da es von langen Dürreperioden getroffen wurde, konnte es nicht mehr so viel Strom durch Wasserkraft herstellen wie 2018. Es verfeuerte mehr fossile Brennstoffe, weil die erneuerbaren Energien wegen der Klimakrise nicht zur Verfügung standen.

Im Interview Prof. Dr. Niklas Höhne. NewClimate Institute

Climate change Performance Index: USA ist Schlusslicht

Deutschland macht Fortschritte, liegt aber auf Platz 23 immer noch nur im Mittelfeld und hinter dem EU-Durchschnitt. Und wer liegt ganz hinten? Die USA. Sie haben offiziell beschlossen, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen und fahren alle Anstrengungen, Klimaziele zu erreichen, zurück. "Die Trump-Adminstration dreht die gesamte Klimapolitik der Vorgänger-Regierung zurück", erklärt Höhne. Außerdem seien die Pro-Kopf-Emissionen noch einmal doppelt so hoch wie die europäischen. Da bleibt für die USA nur die Rolle des Schlusslichts.