Fashion: Je faster desto klimaschädlicher

So machen unsere Klamotten das Klima kaputt

Textilindustrie
Frauen und Männer arbeiten in einer Textilfabrik in Gazipur, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch. © deutsche presse agentur

Die Klimabilanz des deutschen Bekleidungskonsums

Bei CO2-Emissionen im privaten Bereich denkt natürlich jeder sofort an Autos mit Verbrennungsmotor. Aber alles, was wir konsumieren, hinterlässt einen CO2-Fußabdruck. Bei Kleidung ist der sogar recht groß. Das Bundesumweltamt hat anhand des Produktionsweges eines Longshirts ermittelt, dass die Pro Kopf Emissionen an Treibhausgasen in Deutschland bei 135 Kilogramm liegen. Vieles ist in der Textilindustrie problematisch. Für das Klima unter anderem, dass die Kleidung hauptsächlich mit Strom aus Kohle produziert wird.

Vom Baumwollfeld bis zur Haustür: Ein Shirt reist um die Welt

Die Herstellung unserer Kleidung benötigt Energie und Rohstoffe. Folglich entstehen entlang der Produktionskette klimaschädliche Treibhausgasemissionen. Pro Kopf verursachte unser Konsum an Kleidung im Jahr 2015 einen Ausstoß von 135 Kilogramm Treibhausgasen. Die Menge entspricht etwa den Emissionen einer PKW-Fahrt vom Bodensee bis Flensburg. Das hat das Bundesumweltamt, die zentrale Umweltbehörde der Bundesrepublik Deutschland, ermittelt.

In ihrem Forschungsprojekt wurde die Klimabilanz eines Damen-Longshirts der Größe 40-42, weiß und zu 100 % aus Baumwolle berechnet. Dazu wurde die Produktion zu den Fertigungsbetrieben in Bangladesch und weiter bis zur Herkunft der Baumwolle zurückverfolgt.

Das Shirt reiste bis zur Anlieferung an die Haustür durch den Versandhandel fast einmal um den Globus: Vom Baumwollfeld in den USA über die Fertigung in Bangladesch bis zum Hafen nach Hamburg. Dabei entstanden 5,67 Kilogramm an Treibhausgasemissionen. Damit war es noch ganz klimafreundlich unterwegs. Wäre das fertige Teil nicht im Schiffscontainer, sondern per Luftfracht nach Deutschland gelangt, würden allein die Transportemissionen auf 4,0 Kilogramm steigen.

Unsere Kleidung wird mit Strom aus Kohle produziert

Die Herstellung von Kleidung ist CO2-intensiv
Wichtigste Herkunftsländer für Bekleidungsimporte nach Deutschland - gerundete Werte 2017 - Quelle: Statistisches Bundesamt

Mehr als ein Drittel der Emissionen für die Herstellung unserer Bekleidung entstehen in China. Dies liegt nicht nur daran, dass ein Großteil unserer Textilien von dort importiert wird. Dort hat Kohle einen Anteil von 60 Prozent an der Stromerzeugung. Einige Länder, in denen die Textilindustrie stark wächst, decken laut Bundesumweltamt ihren Strombedarf ebenfalls vorranging durch Kohle - zum Beispiel Vietnam und Kambodscha. Sie bauen die Kohlenutzung sogar aus, um den wachsenden Strombedarf zu decken.

Kleider mit Haken

Die Fallstudie KLEIDER mit HAKEN zur globalen Umweltinanspruchnahme durch die Herstellung unserer Kleidung nahm nicht nur die CO2-Emissionen unter die Lupe, sondern unter anderem auch den Wasserverbrauch, den Einsatz von Chemikalien und Verstöße gegen Sozialstandards in der Herstellung unserer Kleidung.

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(ctr)