Fruchtbare Böden zerstört

United Nations warnen vor lebensfeindlicher Versteppung

ACHTUNG: SPERRFRIST 27. APRIL 15:00 UHR. ACHTUNG: DIESER BEITRAG DARF NICHT VOR DER SPERRFRIST, 27. APRIL, 15.00 UHR, VERÖFFENTLICHT WERDEN! - ARCHIV - 24.10.2021, China, Shawan: Ein Erntefahrzeug fährt auf einem Feld und erntet Baumwolle. Ohne schne
Die UN warnt davor, dass immer mehr fruchtbare Böden zerstört werden.

Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Durch Fehlnutzung werden immer mehr fruchtbare Böden zerstört. Die gute Nachricht ist: An vielen Orten in der Welt wird jetzt schon demonstriert, wie man's besser macht.

Verschwenderischer Umgang mit Ressourcen angeprangert

Ohne schnelles Handeln wird die sogenannte Versteppung in den kommenden Jahren in vielen Teilen der Welt rasend schnell zunehmen und viele Regionen in lebensfeindliche Einöden verwandeln. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Mittwoch vorgestellter Bericht, an dem das UN-Wüstensekretariat (UNCCD) in Bonn fünf Jahre lang mit 21 Partnerorganisationen gearbeitet hat.

„Wenn weiter mit den natürlichen Ressourcen so umgegangen wird wie bisher, könnte dies bis 2050 zu einer zusätzlichen Boden- und Landversteppung von der Flächengröße Südamerikas führen“, sagte UNCCD-Sprecherin Miriam Medel der Deutschen Presse-Agentur.

UN warnt vor unbekannten Risiken

 Agrarfoto - Luftaufnahme, Landtechnik bei großer Trockenheit im Einsatz. Maisbestellung mit starker Staubentwicklung. Luftaufnahme eines Schleppers mit Maislegegerät im Einsatz. Landkreis Osnabrück Niedersachsen Deutschland *** Agrarfoto Aerial phot
Intensive Monokulturen gehören zusammen mit industrieller Viehzucht zu den größten Ursachen für Treibhausgasemissionen.

Unter Versteppung oder „Verwüstung“ versteht man die Verödung ehemals natürlicher und artenreicher Landschaften. Großflächige intensive Monokulturen, industrielle Viehzucht und die damit einhergehende Entwaldung verursachen nach UN-Angaben auch 29 Prozent der Treibhausgasemissionen.

Der Bericht warnt: „An keinem anderen Punkt in der jüngeren Geschichte sah sich die Menschheit einer solchen Vielzahl von bekannten und unbekannten Risiken und Gefahren ausgesetzt. Wir können es uns nicht leisten, das Ausmaß und die Wirkung dieser existenziellen Bedrohungen zu unterschätzen.“

Asien, Afrika und Südamerika hauptsächlich betroffen

Entwaldung
In Brasilien geht die Abholzung im Amazonasgebiet bisher in großem Maßstab weiter. Foto: Andre Penner/AP/dpa

UNCCD-Chef Ibrahim Thiaw sagte: „Die moderne Landwirtschaft hat das Gesicht dieses Planeten bereits mehr verändert als jede andere menschliche Aktivität. Wir müssen unser globales Ernährungssystem dringend überdenken, denn dieses ist verantwortlich für 80 Prozent der Entwaldung und 70 Prozent des Süßwasserverbrauchs.“ Zudem sei die Landwirtschaft die größte Ursache für den Verlust an Biodiversität.

Betroffen sind vor allem Regionen in Asien, Afrika und Südamerika, aber auch europäische Länder wie Spanien. Die Versteppung kommt zum Beispiel dadurch zustande, dass Bäume, Sträucher und Gräser abgeholzt oder abgebrannt werden.

UN-Bericht gibt Praxisbeispiele, wie es besser geht

Diese sind aber unabdingbar, damit der Boden Wasser speichern kann. Ohne Pflanzen wird die oberste Bodenschicht oft vom Wind weggetragen. Auch Monokulturen und der Einsatz von Dünge- und Spritzmitteln entziehen dem Boden Wasser und machen ihn unfruchtbar. Das Ergebnis sind karge, lebensfeindliche Sand- und Gesteinslandschaften, in denen am Ende auch nichts mehr angebaut werden kann.

Der UN-Bericht schlägt aber nicht nur Alarm, sondern demonstriert auch, wie man's besser macht: Er stellt über 100 Praxisbeispiele aus aller Welt für einen nachhaltigeren Umgang mit Land vor. „Man darf nicht vergessen, dass es schon eine Unmenge von Initiativen gibt“, sagte UNCCD-Sprecherin Medel.

Umstieg auf naturverträgliche Lebensmittelproduktion gefordert

 Fleischfabrik . Berlin , 05.09.2006 , , , Berlin Deutschland PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xThomasxKoehxlerx
Die UN fordert eine naturverträglichere Lebensmittelproduktion.

Dabei sei es ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass die Wiederherstellung von Flächen und Böden immer Wiederaufforstung bedeute. „Vielmehr geht es im Kern darum, auf eine naturverträgliche Lebensmittelproduktion umzusteigen. Um die natürlichen Ressourcen langfristig zu erhalten, muss die landwirtschaftliche Produktion einschließlich der Tierhaltung nachhaltiger gestaltet werden – sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern.“ Viele regenerative Anbaumethoden könnten die Ernteerträge und den Nährwert sogar erhöhen bei gleichzeitiger Verringerung des CO2-Ausstoßes.

Intakte Ökosysteme schützten vor Viren

 220426 -- BEIJING, April 26, 2022 -- A medical worker takes a swab sample from a citizen at a makeshift nucleic acid testing site during a mass testing for COVID-19 in Haidian District, Beijing, capital of China, April 26, 2022. Beijing will conduct
Die Corona-Pandemie hat gezeigt, was möglich ist, wenn Kräfte gebündelt werden.

Natürlich sei eine große Kraftanstrengung nötig, um einen globalen Umschwung zu bewirken, doch die schnelle Entwicklung und Verbreitung der Corona-Impfstoffe habe gezeigt, was möglich sei, wenn Kräfte gebündelt würden. Intakte Ökosysteme schützten im Übrigen auch vor der Verbreitung gefährlicher Viren. „Zum anderen hat sich in der Corona-Pandemie gezeigt, wie anfällig die global vernetzen Wirtschaftskreisläufe – inklusive der Landwirtschaft – sind“, sagte Medel. „Eine naturverträgliche dezentrale lokale Lebensmittelproduktion wäre demgegenüber besser in der Lage gewesen, die Menschen trotz weitgehender Einschränkungen mit den notwendigen Dingen des Lebens zu versorgen.“

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(dpa)