Dem Nebel geht es nicht gut

Wie die Klimakrise dem Nebel die Stimmung vermiest

von Claudia Träger und Bernd Fuchs

Bernd Fuchs freut sich immer, wenn die Wetter-Kamerafrauen und -männer tolle Wetterstimmungen für das TV-Wetter einfangen. Und gerade der Nebel macht's sehr stimmungsvoll. Aber dem Nebel geht's gar nicht so gut. Denn er wird weniger - Schuld hat die Erderwärmung. Wie Klimawandel und weniger Nebel zusammenhängen, erklärt Bernd Fuchs oben im Klima Update.

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Die Nebel-Vorzeigeregion Bodensee klart auf

Der Klimawandel führt dazu, dass es weniger Nebel gibt.
Morgenstimmung am Bodensee. Im Naturschutzgebiet Zeller Aachried bei Radolfzell zeigen sich die ersten Herbstnebel des Jahres.

Nicht nur in den USA gibt es weniger Nebel, auch in Deutschland wird das Phänomen beobachtet. Die Amis haben die Golden Gate Bridge, wir haben den Bodensee, der sich gern malerisch vernebelt zeigt. Oder gezeigt hat. Die Zahl der Nebelstunden pro Jahr nimmt nämlich laut einem Bericht des «Südkuriers» auch am Schwäbischen Meer ab. In den 1980er Jahren waren nach Messdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 400 oder gar 600 Nebelstunden im Jahr normal. Seit dem Jahr 2000 werden diese Werte kaum noch erreicht. Fünfmal habe es seither sogar weniger als 200 Nebelstunden im Jahr am Bodensee gegeben.

Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte

Mit dem Klimawandel verschwindet der Nebel.
Duschnebel hat sich an der kalten Duschwand abgesetzt.

Auch hierzulande ist die Erderwärmung verantwortlich dafür, dass es weniger Nebel gibt, wie Bernd Fuchs im Video erklärt. Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Gut merken kann man sich diesen Effekt am Beispiel Badezimmer. Nach dem Duschen sind die kalten Oberflächen von Spiegel, Duschwand und Fensterscheiben beschlagen, also mit feinen Wassertröpfchen besetzt. Die wärmere Umgebungsluft ist aber noch klar. Im Winter, wenn die Badezimmerluft kälter ist, kann auch sie schneller neblig werden.

Weniger Nebel - weniger Unfälle durch Nebel

Die Statistik bildet die Anzahl der Nebelunfälle mit Personenschaden in den Jahren 1991 bis 2021 nach dem Unfallort in Deutschland ab.
Die Zahl der Unfälle durch Nebel nimmt ab - außerorts (blau) wie innerorts (grün).

Damit sich Nebel bilden kann, sind sogenannte Kondensationskerne, mikroskopisch kleine Partikel in der Luft, notwendig. Das gleiche gilt im Übrigen für Wolken, denn Nebel ist nichts anderes als eine bodennahe Wolke. Je mehr Kondensationskerne dem Wasserdampf Gelegenheit geben, sich an ihnen anzuheften und zu kleinen Nebeltropfen zu werden, umso mehr streuen sie das Licht und umso dichter ist die Nebelsuppe. Nicht ungefährlich im Straßenverkehr, wenn Hindernisse nicht früh genug erkannt werden und zu spät gebremst wird.

Saubere Luft ist schlecht für Nebel

Der berühmte Londoner Nebel bildete sich oft in verschmutzter Luft.
Die Richmond Bridge, Londons älteste Brücke, ist in Nebel gehüllt.

In sauberer Luft entsteht also weniger dichter Nebel – und umgekehrt. Beispiel für letzteres ist zum Beispiel der typische Londoner Nebel. Er entsteht hauptsächlich im Winter bei windschwachen Inversionswetterlagen auf. Die bei Verbrennungsprozessen ausgestoßenen Partikel können sich nicht in der Atmosphäre verteilen und verbinden sich mit dem Wasserdampf in der Luft.

Einer der nebelreichsten Orte in Deutschland ist laut DWD übrigens der Gipfel des Brockens im Harz. Der Rekord der maximalen Anzahl der Tage mit Nebel in einem Jahr liegt bei 330 Tagen im Jahr 1958.

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(ctr, bfu)