Klimakonferenz in Kattowitz: Politiker loben sich - Aktivistin kontert: "Euch gehen die Ausreden aus und uns die Zeit"

Klimawandel: Das droht Deutschland
Klimawandel: Das droht Deutschland Die Folgen wären spürbar 01:39

Umweltverbände sind nicht zufrieden

Die UN-Klimakonferenz in Polen hat nach zähen Verhandlungen ein umfassendes Regelwerk für die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens gebilligt. Kernziel ist es, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Umweltverbände zeigten sich in der Nacht zum Sonntag unzufrieden und mahnten zu mehr Klimaschutz und Solidarität mit armen Ländern.

UN-Generalsekretär mahnt mehr Ehrgeiz an

UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach nach dem Weltklimagipfel im polnischen Kattowitz von einem "soliden" Ergebnis.

Nötig sei aber weiterhin mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz. Weltweit müsse der Treibhausgasausstoß nun zügig und deutlich gedrückt werden, der Klimawandel sei nach wie vor "schneller als wir".  Nach dem Beschluss applaudierten die Klimaverhandler, manche fielen sich in die Arme. Jubel gab es aber keinen. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) erklärte, in geopolitisch schwierigen Zeiten habe der Gipfel der fast 200 Staaten gezeigt, "dass es sich lohnt, beharrlich an einem globalen Konsens zu arbeiten".

Schon jetzt hat sich die Erde um rund ein Grad erwärmt im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Um den Trend zu stoppen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen etwa aus der Verbrennung von Kohle und Öl oder auch der Tierhaltung in den kommenden Jahren drastisch reduziert werden.

Mhr Hitzewellen, längere Dürren, mehr Stürme und mehr Hochwasser

Die Zeit drängt: Die Jahre 2015 bis 2018 waren nach Analysen der Weltwetterorganisation die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Und die 20 wärmsten lagen in den vergangenen 22 Jahren. Geht es weiter wie bisher, leben wir Ende dieses Jahrhunderts wohl in einer drei bis vier Grad wärmeren Welt. Die fatalen Folgen je nach Region: mehr Hitzewellen, längere Dürren sowie mehr Stürme, Starkregen und Hochwasser.

Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zeigte sich vom Ergebnis enttäuscht: Ein Jahr voller Klima-Katastrophen und einer eindringlichen Warnung von den besten Wissenschaftlern der Welt hätten zu viel mehr führen sollen", sagte sie. Anzuerkennen, dass mehr Ehrgeiz nötig ist, und Regeln für den Klimaschutz zu verabschieden, ist nicht mal annähernd genug, wenn ganzen Nationen die Auslöschung droht."

In 60 Jahren, so sagen Wissenschaftler könnte München tropisches Klima haben - dort wäre es dann durchschnittlich so warm wie auf Mauritius. Welche anderen Regionen Deutschlands ebenfalls sehr heftig betroffen wären, sehen Sie im Video.

"Ihr seid nicht reif genug"

Press conference with Greta Thunberg, 15 years old Swedish activist, took place in Katowice, December 3 during United Nations Climate Change Conference (COP24). (CTKxPhoto/GrzegorzxKlatka) CTKPhotoF201812031354801 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY
Die 15-jährige Greta Thunberg (15) sprach deutliche Worte. © imago/CTK Photo, Klatka Grzegorz, imago stock&people

Die Schwedische Klimaaktivistin und Initiatorin des "Schulstreiks fürs Klima", Greta Thunberg, fand in ihrer Rede die deutlichsten Worte: "Ihr seid nicht reif genug, zu sagen, wie die Dinge stehen. Sogar diese Last überlasst ihr uns Kindern. Euch gehen die Ausreden aus und uns die Zeit."

Quelle:DPA/RTL.de