Klimakonferenz 2018 - Denkfabrik: Weniger Fleisch essen, weniger wegwerfen

Klima und Lebensmittelverschwenung hängen zusammen.
Weltweit gehen jedes Jahr etwa ein Drittel der Lebensmittel auf dem Weg vom Feld bis zum Teller verloren, während gleichzeitig etwa 800 Millionen Menschen unter Hunger leiden. © dpa bildfunk

Unser Umgang mit Nahrungsmitteln lässt das Klima bluten

Die amerikanische Denkfabrik WRI (World Resources Institute) sagt es klar und eindeutig: Wenn wir weiter so mit unseren Lebensmitteln umgehen, so viel wegwerfen, so viel Fleisch essen, sieht es mit dem Klima bitter aus.

Jeder Deutsche wirft pro Jahr 55 Kilo Essen weg

Laut den Analysen des WRI müssen wir unsere Ernährungsgewohnheiten dringend umstellen. Wenn im Jahr 2050 die Weltbevölkerung auf knapp 10 Milliarden anwächst, steigt natürlich auch die Nachfrage nach Lebensmitteln. Bei vegetarischen Lebensmitteln um 50 Prozent, bei Fleisch sogar um 88 Prozent. Damit jeder satt wird, müsste die von Bauern bewirtschaftete Fläche um rund 593 Millionen Hektar wachsen. Das ist die doppelte Fläche Indiens!

Schon jetzt wird die Hälfte aller unbebauten Flächen landwirtschaftlich genutzt. Dazu kommt noch der Anbau von Biokraftstoffen. Die bittere andere Wahrheit: In Deutschland wirft jeder von uns pro Jahr mindestens 55 Kilogramm Lebensmittel weg. Insgesamt werden laut dem Umweltbundesamt (UBA) weltweit jedes Jahr etwa ein Drittel der Lebensmittel auf dem Weg vom Feld bis zum Teller verloren. Und der Agrarsektor stößt laut WRI weltweit etwa ein Drittel aller klimaschädlichen Treibhausgase aus! 

Was also tun? Die Denkfabrik sieht ein großes Problem in unserem Umgang mit Lebensmitteln

Treibhausgase durch Lebensmittelverschwendung.
Allein durch die Verschwendung werden laut UBA jährlich mehr als 38 Millionen Tonnen Treibhausgase produziert. © dpa, Uwe Anspach, dt_sv dokfünf lof soe jai wst

Neben der Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft und mehr vegetarischer Ernährung ist es laut der Denkfabrik vonnöten, die Nachfrage zu senken - etwa mittels weniger Lebensmittelverschwendung. Auch darf der Anbau von Biokraftstoffen nach dieser Studie nicht weiter wachsen.

Veröffentlicht wurde die Analyse am Rande der Weltklimakonferenz in Polen, wo Vertreter von knapp 200 Staaten verhandeln. Drei Jahre nach den als historisch eingestuften Beschlüssen der Pariser Klimakonferenz sollen in Kattowitz (Katowice) klare Regeln zur Umsetzung vereinbart werden. Denn die bisher weltweit zugesagten Maßnahmen zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase reichen dazu bei weitem nicht aus.