Erfinderisch muss man sein

Wenn Einsparungen und erneuerbare Energien nicht reichen - CO2 im Boden speichern

Von Christian Häckl und Claudia Träger

CO2 einsparen ist gut, wird aber nicht reichen, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen. Es sind andere Lösungen gefragt. Chritian Häckl stellt das Projekt von Northern Lights in Norwegen vor. Es setzt auf das Verfahren CCS, eine unterirdische Speicherung von CO2. Northern Lights ist ein Joint Venture der Energieunternehmen Equinor, Shell und Total und wurde im März 2021 gegründet.

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Was ist CCS?

Der Klimawandel ist kaum noch aufzuhalten. Aber es stimmt hoffnungsfroh, dass es etliche Pioniere in Forschung und Industrie gibt, die Neues ausprobieren, um die globale Erwärmung in den Griff zu bekommen. Das Northern Lights Projekt, milliardenschwer gefördert von der norwegischen Regierung, zählt dazu. Die Idee:

  • CO2 aus Industrieanlagen abscheiden
  • unter Druck verflüssigen
  • mit Tankerschiffen nach Norwegen bringen
  • und in Pipelines in den Meeresboden einbringen.
CCS, Carbon Capture and Storage, heißt das Verfahren.


Bäume, Moore, Seegras und Algen: Natürliche CO2 Speicher nutzen

So funktioniert das Northern Lights Projekt

Die Grafik zeigt eine schematische Darstellung des CCS-Projekts von Northern Lights.
Es sieht so einfach aus: CO2 wird verflüssigt und für immer im Meeresboden gespeichert. © Northern Lights

Was bringt CCS?

Laut Umweltbundesamt gehen Wissenschaftler davon aus, dass durch das Verfahren 65 bis 80 Prozent des bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe erzeugten CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre ferngehalten werden können. Ob CCS dieses Versprechen halten kann, ist jedoch noch nicht geklärt und gegenwärtig Thema verschiedener Forschungs- und Pilotprojekte.

Das Umweltbundesamt sieht unter anderem den enormen zusätzlichen Energieaufwand für die Abscheidung, den Transport und die Speicherung als negativ an. Im Normalbetrieb seien aber für die menschliche Gesundheit in aller Regel keine negativen Auswirkungen zu erwarten.

In Deutschland regt sich auch Widerstand. Greenpeace bezeichnet CCS als Mogelpackung. Es bestünde die Gefahr von lebensgefährlichen Leckagen. CO2 ist zwar nicht giftig, führt aber in hohen Dosen zum Erstickungstod. „Die CO2-Endlagerung ist ein gefährlicher Irrweg, der keinerlei Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Greenpeace sieht in CCS eine unkalkulierbare Risikotechnik und lehnt einen übereilten Einstieg in eine kommerzielle CO2-Verpressung ab“, heißt es auf ihrer Website.

Umweltaktivisten von Greenpeace demonstrieren am Freitag (23.09.2011) vor dem Bundesrat in Berlin gegen CO2-Endlager in Deutschland. Der Bundesrat berät am Freitag u.a. über Käfighaltung bei Legehennen und über Kohlendioxid-Verpressung (CCS-Gesetz).
Umweltaktivisten von Greenpeace demonstrierten schon im Jahr 2011 gegen CO2-Endlager in Deutschland. © picture alliance / dpa, Wolfgang Kumm, wk wst

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(ctr)