Treibhausgase erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Desastern

Der Einfluss des Menschen auf Naturkatastrophen ist messbar

Wetterexperte Bernd Fuchs über vermeidbare Katastrophen

Der Mensch bläst seit der Industrialisierung Treibhausgase in die Atmosphäre. Diese verbleiben dort sehr lange und sie erwärmen dabei unseren Planeten. Naturkatastrophen haben sich tatsächlich immer ereignet, aber durch den vom Menschen gemachten Klimawandel hat sich die Wahrscheinlichkeit dafür drastisch erhöht. Im Video erklärt Bernd Fuchs eindrucksvoll die Zahlen.

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Wir setzen gerade die perfekte Lebensbedingungen für uns aufs Spiel

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt.
Die Steigerung der CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre. Das ist das Werk von uns Menschen. (Quelle: Umweltbundesamt, NOAA, Weltwetterorganisation)

Die Forschung kann mittlerweile leicht bemessen, wie viel CO2 der Mensch durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe wie Öl, Kohle und Gas schon zusätzlich in die Atmosphäre gepumpt hat. So lag die Konzentration von CO2 in der Erdatmosphäre bei Beginn der Industrialisierung bei 280 ppm (parts per million) und stieg in diesen etwa 250 Jahren um 44 Prozent auf über 415 ppm (2020) an. Das bedeutet, wir erleben derzeit eine Phase mit einer CO2-Konzentration, wie wir sie in den zurückliegenden 800.000 Jahren nicht durchlebten.

In dieser langen Zeit hat sich Mutter Natur dank der perfekten Bedingungen für Leben auf der Erde so prächtig entwickelt. Wir Menschen sind dabei, eine solche Blütezeit unseres Planeten in nur einem Wimpernschlag der Erdgeschichte für sehr lange Zeit zu zerstören.

So wirken die Treibausgase: Unser Wetter-Lexikon

CO2 bleibt in der Atmosphäre

Wenn wir die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen wollen, dürfen wir noch gut 400 Gigatonnen CO2 ausstoßen. 2018 hat die Menschheit etwa 36 Milliarden Tonnen ausgestoßen, also fast ein Zehntel des verbleibenden Budgets. Wenn wir die Treibhausgas-Emissionen nicht schnell und signifikant senken, haben wir 2030 unser Budget erschöpft und dann haben wir keine Chance mehr, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das 1,5-Grad-Ziel wäre dann gescheitert und wir müssen mit mindestens 2 Grad Erwärmung rechnen. Für das 2-Grad-Ziel blieben uns knapp 25 Jahre.

Das Problem am CO2 ist, dass es in der Atmosphäre verbleibt. Andere Gase verschwinden nach einer gewissen Zeit, CO2 wird aber vom Boden aufgenommen, von Meeren und Wäldern. Die müssen also intakt bleiben.

Klimaschutz fängt im eigenen Haushalt an: So kann jeder CO2 sparen

Die gute Nachricht: Wir senken die Emissionen - es muss nur schneller gehen

Das Kraftwerk Niederaußem von der RWE Power. Bergheim-Niederaußem
Das Kraftwerk Niederaußem von RWE. Das rheinische Braunkohlerevier gehört zu den größten Verschmutzern in der EU. © imago/Future Image, Christoph Hardt, imago stock&people

Gut ist, dass die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland sinken. 2019 stießen wir Deutschen 35,1 Prozent weniger CO2 als im Referenzjahr 1990. Dennoch ist Deutschland in der Europäischen Union der größte Verschmutzer – vor allem wegen der Braunkohle. 2018 kamen 23,1 Prozent der Treibhausgase der EU aus Deutschland. Gemeinsam mit Frankreich, Italien und Polen stoßen wir weit mehr als die Hälfte der EU-Treibhausgase aus. Zwischen 1990 und 2018 sanken die Emissionen der EU-27 allerdings um 22,5 Prozent.

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Pro Kopf steht Deutschland etwas besser da. Da stoßen Luxemburg, Estland und Irland am meisten aus. Am wenigsten Malta und Schweden. Wir könnten die CO2-Emissionen schnell und effektiv senken, wenn wir schneller aus der Kohle aussteigen würden.

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(osc)