Klima: Geo-Engineering könnte die Erderwärmung stoppen

Geo-Engineering könnte die Erderwärmung stoppen
Geo-Engineering könnte die Erderwärmung stoppen Geo-Engineering: Eine ernst gemeinte Vision 00:01:37
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Das Wetter ist mächtig - der Mensch ist machtlos?

Tropenstürme, Flutkatastrophen, Dürren, Waldbrände. All das zeigt uns, wie mächtig das Wetter ist und wie machtlos der Mensch. Mit Geo-Engineering könnte sich das ändern. Als Geo-Engineering werden vorsätzliche und großräumige Eingriffe mit technischen Mitteln in chemische Kreisläufe der Erde bezeichnet. Ziel ist dabei, CO2 abzubauen, die Versauerung der Meere zu verhindern und die Klimaerwärmung zu stoppen.

"Es wird zu warm? Dann verdunkeln wir die Sonne!"

Der chemische Sonnenschirm ist eine Vision des Geo-Engineerings. Dabei würden Schwefelpartikel in die obere Atmosphäre gesprüht. Sonnenstrahlen würden reflektiert, die Temperatur würde sinken. Klingt nach Science Fiction, ist aber eine ernst gemeinte Vision von Forschern, um die Erderwärmung aufzuhalten.

Eine andere technisch denkbare Idee ist, mehr CO2 mithilfe der Ozeane zu filtern. Die nehmen schon jetzt ein Drittel unserer Schadstoffe über Algen auf. Mit speziellem Dünger könnte man diesen Effekt noch verstärken. Professor Andreas Oschlies, vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, erklärt: "Mit Geo-Engenieering haben wir erstmal die Chance, das Treibhausgas CO2 aus der Atmosphäre herauszufiltern und damit das Klimaproblem etwas zu reduzieren. Wir könnten das CO2 aus Kraftwerken verflüssigen und als flüssiges CO2 in die Tiefen des Wassers pumpen." Das Risiko dabei: Es könnten Korallen und andere Lebewesen dadurch sterben. Die Herausforderung des Geo-Engineering liegt darin, Gutes zu bewirken, ohne Schlechtes auszulösen.

"Wir haben große Nebeneffekte, verändern Landfläche, wir verändern die Chemie des Ozeans. Wir verändern vielleicht die Atmosphärenzusammensetzung und da müssen wir genau nachsehen: Was sind die Risiken, Nebenwirkungen, was ist das Potential?", so Lili Fuhr, Referentin Internationale Umweltpolitik der Heinrich Böll Stiftung.

Noch wird nichts davon umgesetzt, denn - auch wenn einige Ideen schon heute technisch möglich sind - kann niemand die Folgen absehen: Könnte aus dem Schwefel zum Beispiel saurer Regen werden? Könnten die Fische an dem CO2 sterben? So wurde das Abführen von CO2 in die Ozeane vorerst verboten. Kritiker warnen auf der 'Climate  Engineering Conference, CEC17' in Berlin vor weiteren unkalkulierbaren Risiken.