Einfache Rezepte für Basics

Kitchen-Stories-Kochbuch "Anyone Can Cook" im Check: Damit kann echt jeder kochen

Kitchen-Stories-Gründerinnen Mengting Gao (l.) und Verena Hubertz
Kitchen-Stories-Gründerinnen Mengting Gao (l.) und Verena Hubertz © Kitchen Stories

Ein Kochbuch auch für Menschen, die (noch) gar nicht kochen können

Sie sind eine Küchen-Niete? Quatsch! Jeder kann ein bisschen kochen – oder es zumindest lernen. Davon sind Verena Hubertz und Mengting Gao, die Gründerinnen der Koch-App „Kitchen Stories“ überzeugt und haben ihr 🛒 Kochbuch „Anyone can cook“* genannt (wie das von Meisterkoch Gusteau im Pixar-Kinohit „Ratatouille“). Sie haben Mireilla Zirpins verraten, mit welchen Handgriffen man sich abwechslungsreich und gesund ernähren kann – mit Gerichten, die dazu noch was hermachen und nicht länger als 60 Minuten dauern, meist sogar deutlich weniger.

Das Kochbuch zur erfolgreichen Rezept-App "Kitchen Stories"

Die Karotten-Misol-Suppe von Kitchen Stories
Karotten-Miso-Suppe - die Misopaste verleiht dem Gericht geschmackliche Tiefe, Chili und Ingwer sorgen für einen Schärfekick. © Kitchen Stories

Gehören Sie zu den Menschen, die selbst Tiefkühl-Fischstäbchen versieben? Da sind Sie nicht allein. Vergessen Sie das Convenience-Food und versuchen Sie, ein richtig einfaches Rezept komplett selbst zu zaubern. Das ist nämlich viel gesünder, als Tiefkühlzeugs in der Mikrowelle warmzupingen. Und ganz ehrlich: Eine selbstgemachte Karotten-Miso-Suppe oder Lachs vom Blech mit bunten Kartoffeln und Spargel schmecken besser und machen viel mehr her. 

Studentinnen gründeten ein Start-up mit Kochrezepten

Ricotta und Haselnuss-Gremolata auf Rotkohl-Steaks
Ricotta und Haselnuss-Gremolata auf Rotkohl-Steaks © Kitchen Stories

Mengting Gao und Verena Hubertz, beide Anfang 30, die als BWL-Studentinnen schon gern zusammen kochten, haben die App „Kitchen Stories“ nach ihrem Studium als absolute Business-Anfängerinnen gegründet. Mit weltweitem Erfolg: 20 Millionen App-Downloads in 150 Ländern sprechen für sich. Apple-Chef Tim Cook war so begeistert, dass er persönlich bei den beiden vorbeischaute. 

Das Erfolgsrezept von Mengting und Verena: Einfache Rezepte mit einem Twist. „Weizennudeln mit Frühlingszwiebel-Öl oder Rotkohlsteaks mit Ricotta und Haselnuss-Gremolata sind sehr viel einfacher zu machen, als sie klingen – und schmecken“, verrät uns Mengting. „Alle unsere Rezepte sind so gut erklärt, dass keiner mehr verbrannte Fischstäbchen zu Abend essen muss.“

Die besten Küchen-Tricks gibt’s jetzt auch als Kochbuch – ein Mix beliebter Rezepte aus der App mit neuen Kreationen. Wer als treuer Fan Angst hat, den Food-Porn-Charme der Rezeptvideos aus der App zu vermissen, bekommt ansprechend fotografierte Step-by-Step-Fotos, die sich auf dem dicken matten Papier gut machen, manchmal sogar besser als das fertige Gericht.

Wie hält man ein Messer, wie blanchiert, brät und sautiert man?

Mengting, Verena und ihre Crew haben kein Problem damit, bei Null anzufangen: „Wir haben im Buch glücklicherweise ein ganzes Kapitel, das alle wichtigen Techniken für einen ungeübten Koch grundlegend erklärt – Schneiden, Hacken, ein Messer richtig halten, Blanchieren und Braten. Bis hin zum Kochen von Basics wie Nudeln, Reis und Hülsenfrüchten.“ 

Mit Step-by-Step Bildern lernt man, wie man aus Basilikum Chiffonade schnippelt – also diese hauchdünnen Streifchen, die wir aus dem Restaurant kennen. Wenn’s noch schwieriger wird, hilft ein QR-Code auf der Buch-Seite. Eine übersichtliche Grafik zeigt, mit welchen 26 Küchengeräten man wirklich alle Rezepte im Buch gemeistert bekommt. Basics wie Backblech, Kochlöffel oder Pfanne hat wohl jeder daheim. Exotischer als Rührstab, Küchenwaage, Zerkleinerer und Küchenthermometer wird’s nicht, versprochen. 

Also wirklich perfekt für blutige Anfänger – oder für Fortgeschrittene. Die bekommen hier einerseits bestätigt, was sie schon alles können und denken trotzdem mal über den Unterschied nach zwischen Braten (bei mittlerer Temperatur) und Sautieren, bei dem man meist kleinere Zutaten bei höherer Hitze schwenkt, bis sie in der Pfanne hüpfen (von französisch „sauter“ = hüpfen). 

Die fünf Top-Hacks der Kitchen-Stories-Köche

Süßkartoffel-Linsen-Suppe von Kitchen Stories: mit nur fünf Zutaten
Süßkartoffel-Linsen-Suppe von Kitchen Stories: mit nur fünf Zutaten © Kitchen Stories


  • Auf machbare Basics setzen, für die man nicht extra einkaufen muss
    „Besonders unkompliziert sind alle unsere Gerichte mit nur fünf Zutaten, zum Beispiel die Süßkartoffel-Linsen-Suppe“, sagt Verena. Essig, Öl, Wasser, Salz, Pfeffer und Gewürze sind hier nicht mitgerechnet. Wer sich traut, auch sechs oder sieben Ingredienzen zu verwenden, bekommt auch hierfür Tipps.

  • Sich an exotische Zutaten heranwagen
    In vielen Kochbüchern werden als Dauervorrat eher langweilige Sachen empfohlen – oder im Kontrast dazu extrem exotische und sehr teure Ingredienzen. Im 🛒 „Anyone Can Cook“-Kochbuch* gehören Zutaten wie Kokosmilch, Misopaste, Sojasauce, Mirin oder Kreuzkümmel dazu. Aber die meisten sind im Supermarkt für schmales Geld erhältlich, man kann sie zumindest für die Rezepte in diesem Buch häufiger brauchen und sie geben einem einfachen Gemüsegericht sofort den gewissen Kick. Bis auf die Kokosmilch halten sie sich gefühlt ewig.

    Baukasten-Prinzip: Zum selbstkreierten Curry in sechs Schritten
    Wer die Schritte und möglichen Zutaten kennt, darf sich sogar trauen, selbst zu experimentieren. Und die Bausteine bekommen wir geliefert, zum Beispiel für Salatkompositionen und Fleischbällchen.

  • Oder für die Allzweckwaffe Curry: 
    1. Knoblauch + Zwiebel + Ingwer anschwitzen (wie das geht, lernt man im Einführungsteil).
    2. Gewürzbasis auswählen (Zutaten zum Selbstmixen sind dabei) und mit anbraten.
    3. Protein aussuchen (Linsen, Tofu, Bohnen oder Kichererbsen) und dazugeben. 
    4. Gemüse nach Wahl rein.
    5. Mit Flüssigkeit auffüllen, entweder mit Sahne, Joghurt, Kokosmilch, Tomatenpüree oder Wasser.
    6. Servieren mit Toppings wie Limettenspalten, Chili, Zwiebeln, Kräutern oder gerösteten Kokoschips.
Brokkoli und Salsiccia hübschen jede Pasta auf und sind eine Knüller-Kombi
Brokkoli und Salsiccia hübschen jede Pasta auf und sind eine Knüller-Kombi © Kitchen Stories


  • Warum man immer Pesto in der Küche haben sollte
    Wer sagt denn, dass die aromatische Paste immer nur auf die Nudeln kommt? Auch als Dip, Aufstrich oder Marinade motzt ein Mix aus Nüssen, Öl, Kräutern, Käse und Gewürzen simple Gerichte auf. Mit einer Grafik-Doppelseite liefert das „Kitchen Stories“-Team 16 Pesto-Rezepte von Klassikern wie Pesto Rosso bis zu abgefahrenen Varianten aus Miso und Cashewkernen, aus Grünkohl oder Roter Bete und Ingwer.
  • Nudeln abseits von Bolo und Arrabiata
    Rigatoni mit Brokkoli und Salsiccia, Orecchiete mit Walnüssen und Radiccio in Gorgonzolasoße, thailändisches Pad See Ew – klingt jetzt alles nicht alltagstauglich, ist aber in 30 bis 35 Minuten fertig. Dazu gibt’s für schnelle Gerichte in einer Küche mit wenig Geschirr die One-Pot-Pastas, bei denen die Nudeln in der Sauce garziehen.
    Die Geheimwaffe der Autorinnen, wenn Gäste kommen: „Unsere Rigatoni mit einfachem Ragout – die schmecken, als hätte die Sauce den ganzen Tag geköchelt, dabei stehen sie nach nur 60 Minuten auf dem Tisch!“

Alltagstauglich ohne alltägliche Gerichte

Wer eine Alternative zu Kochanfänger-Lehrwerken sucht, die stark auf Techniken oder Klassiker der deutschen Küche setzen, ist hier richtig. Die Rezepte sind vom Aufwand her alltagstauglich und nicht auf Schauwerte ausgerichtet. „Trends, bei denen nur das Aussehen im Vordergrund steht und nicht der Geschmack“, finden die beiden überbewertet. Zum Beispiel Regenbogenkuchen. 

Mit ihren anschaulichen Erklärungen und der schlichten Präsentation dürften sie den Geschmack junger Erwachsener treffen. Nährwert- und Kalorienangaben wären noch schick gewesen, Hinweise wie „laktosefrei“ oder „glutenfrei“ und ein Rezeptregister nach Zutaten auch. 

Das mit dem gesunden Essen sehen Verena und Mengting eh nicht dogmatisch: Sie wollen die Leser motivieren, frisch zu kochen, verstehen aber auch, wenn man doch mal ein Fertiggericht nimmt. Und gestehen uns: machen sie selbst auch. Mengting pimpt hin und wieder Ramen-Nudeln aus dem Asia-Shop mit Ei und frischem Gemüse auf, Verena eine Fertigpizza mit frischem Rucola und Tomaten. Na, dann können wir uns auch entspannen. Eine Haltung, die übrigens extrem hilfreich ist, wenn man sich in der Küche an was Neues heranwagt.

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.