Keine Entspannung der Hochwasserlage: Die Pegel steigen weiter

Hochwasser durch Schneeschmelze und Dauerregen

Der Wasserstand im Rhein ist in der Nacht zu Freitag weiter angestiegen. Am Morgen hat der Pegel in Köln 8,02 Meter erreicht. Am Pegel in Mainz wurden 6,14 Meter gemessen. Im Laufe des Tages werde der Wasserstand dort allerdings wieder sinken, heißt es.

Hochwasserpegel am Rhein

Der Pegelstand in Köln lag am Donnerstagmorgen noch bei 7,68 Metern. Laut der Hochwasserschutzzentrale in Köln wird der Höhepunkt des neuerlichen Hochwassers voraussichtlich am Samstag erreicht. Dann könne das Wasser im Rhein sogar auf zwischen 8,50 und 8,60 Meter ansteigen. In Emmerich am Niederrhein ist der Scheitel erst am Sonntagabend zu erwarten.

Der Hochwasserscheitel vom Oberrhein ist in diesen Stunden bei Mainz eingetroffen. "In Mainz ist der Höchststand bereits überschritten, daher geht der Pegel jetzt wieder runter", sagte eine Sprecherin des Meldezentrums. In Koblenz am Mittelrhein hingegen soll das Wasser im Laufe des Freitags weiter ansteigen. Es kann zu Höchstständen bis zu 6,80 Metern kommen.

Bereits am Donnerstag war dort der Schiffsverkehr eingestellt worden. "Das gilt zwar schon als Hochwasser, ist aber nicht so schlimm wie Anfang des Jahres", so die Sprecherin.

Die Gewitter im Süden versiegen vorübergehend
Die Gewitter im Süden versiegen vorübergehend Der Regen- und Wolkenfilm für 48 Stunden 00:40

Hochwasser an Mosel, Neckar und Co.

Auch an der Mosel steht das Wasser recht hoch, aber es baut sich keine, wie erwartet, neue stärkere Welle aus.

Am Neckar fallen die Pegel. Am Main gibt es wenig Änderung. Nahe und Lahn steigen.

Hochwasser an der Donau: Die Hochwasserlage in Bayern entspannt sich

Hochwasser an der Donau
Hochwasser an der Donau in Rottenacker bei Ehingen am 24.01.2018. © imago/Arnulf Hettrich, Arnulf Hettrich, imago stock&people

An der Donau sinken die Pegelstände langsam. Oberhalb von Passau und in den Landkreisen Deggendorf und Straubing-Bogen meldete der Hochwasserdienst allerdings noch steigende Donaupegel. Kritisch sollte es vor allem in Hofkirchen und Vilshofen an der Donau werden, wo der Scheitel der Hochwasserwelle bei Meldestufe 3 im Laufe des Sonntags erwartet wird.

An allen anderen Messstellen ist der Scheitel bereits überschritten und die Pegel sinken. Dennoch bleibt außerhalb Niederbayerns in den Landkreisen Donau-Ries, Forchheim, Bamberg und Coburg Meldestufe 3 bestehen, da die Pegelstände nur langsam fallen. Von einer Entspannung der Lage in diesen Landkreisen geht der Hochwassernachrichtendienst bis zum Wochenanfang aus.

Pegelstände über Wochen hoch - das ist selten

Alles in allem eigentlich ein typisches Winterhochwasser. Allerdings es ist absolut selten, dass die Pegelstände der Flüsse über Wochen auf diesem hohen Niveau pendeln. Obwohl die Mosel ein schnellfließender Fluss ist, hat sie über viele Wochen konstant viel Wasser geführt. Das zeigt die Brisanz der Situation auf. Ein oder zwei massive Frontenzüge über dem Südwesten und es würden einige 10-Meter-Marken fallen und Katastrophenstimmung herrschen. Das typische "blaue Auge" haben wir also.

Insgesamt stellt sich kommende Woche eine Entspannung ein, doch die Böden bleiben voll gesättigt und die Pegelstände bleiben hoch. Aus Hochwassersicht könnte es also einen spannenden Winter und/oder Frühling in Deutschland geben.