Kein gutes Jahr für Gletscher: Schnee in den Alpen im Hitzesommer zu schnell geschmolzen

Das Eis in Grönland schmilzt besonders schnell
Das Eis in Grönland schmilzt besonders schnell Jeder Gletscherabbruch hat Einfluss auf den Meeresspiegel 02:43

Es gab zwar viel Schnee im vergangenen Winter, aber der Hitzesommer hat ihn schnell schwinden lassen. Keine gute Entwicklung für die Alpengletscher, die schon seit Jahren zurückgehen. Das Ende der Gletscher scheint unausweichlich. 

Der Winterschnee ist weg

Der Hitzesommer hat den Alpengletschern stark zugesetzt. "Es gibt schon Anzeichen, dass der Sommer sehr schmelzintensiv war", sagte der Schweizer Glaziologe Andreas Bauder. Viele Gletscher sind in den vergangenen Monaten bereits komplett ausgeapert." Das bedeutet, dass der Winterschnee auf der gesamten Gletscherfläche wegtaute. 

Das sei doppelt problematisch: Zum einen reflektiert der hellere Winterschnee die Sonne besser und schützt die darunter liegenden dunkleren Eisschichten vor Sonneneinstrahlung, erklärte Bauder. Zum anderen ist Winterschnee nötig, damit die Gletscher Rücklagen bilden können. Winterschnee, der den Sommer überdauert, wird über Jahre kompakter und schließlich zu Gletschereis. "Der Sommer dauert ja auch noch an", sagte Bauder. 

Aletschgletscher verliert jedes Jahr 50 Meter!

Wanderer machen auf dem Eggishorn (2.869 m) oberhalb Fiesch eine Pause und betrachten den Großen Aletschgletscher.
Der Alpen größter Gletscher, der Große Aletschgletscher, hat in den vergangenen 20 Jahren jedes Jahr 50 Meter verloren. © dpa, Walter Bieri, wb lof dd

Die meisten Alpengletscher gehen seit Jahren zurück. "Und viele haben in den vergangenen Jahren wiederholt stark gelitten", so Bauder. Der flächenmäßig größte und längste Gletscher der Alpen, der Große Aletschgletscher, hat seit Beginn der Messungen 1870 insgesamt mehr als 3.000 Meter an Länge verloren. Über die letzten 20 Jahre hat der Gletscher im Mittel jedes Jahr rund 50 Meter an Länge eingebüßt.

Nicht alle Gletscher reagieren gleich auf die klimatischen Bedingungen, wie Bauder erklärt. Wie stark ein Gletscher schrumpfe, hänge unter anderem von Länge, Eisdicke und Neigungswinkel ab. Im vergangenen Jahr allerdings gingen praktisch alle der rund 100 in der Schweiz vermessenen Gletscherzungen zurück.