Warum Handtuch-Sharing keine gute Idee ist!

Keim-Alarm: Diese 5 Handtuch-Fehler sollten Sie vermeiden

von Nora Rieder

Handtücher sollten Sie regelmäßig wechseln und richtig reinigen, um Krankheitserreger zuverlässig abzutöten.
Auch wenn Handtücher auf den ersten Blick sauber erscheinen, können Sie Keime darin tummeln.

Nichts geht über frisch gewaschene, kuschlig-weiche Handtücher. Was die Benutzungsdauer angeht, gehen die Meinungen jedoch auseinander: Während die einen ihre Handtücher täglich wechseln, verlassen sich viele andere auf ihre Sinne. So wechseln viele Menschen die Handtücher erst dann, wenn sie offensichtliche Flecken aufweisen oder aber müffeln. Doch das ist nur einer von zahlreichen Fehlern, die Sie beim Handtuchgebrauch machen können.

Fehler Nr. 1: Sie wechseln die Handtücher zu selten

Verlassen Sie sich bei der Entscheidung, ob das Handtuch in die Wäsche gehört oder nicht, nicht auf das Aussehen des Handtuchs. Denn Bakterien sind unsichtbar und gedeihen im feucht-warmen Badezimmerklima optimal.

Vor allem Handtücher im Badezimmer sind häufig mit Kolibakterien und Salmonellen belastet. Denn hier können die Hände beim Toilettengang mit Fäkalien in Berührung kommen. Werden die Hände anschließend nicht wirklich gut und lange gewaschen und desinfiziert, bleiben minimale Keimspuren auf der Haut zurück, die beim Abtrocknen auf dem Handtuch landen.

Im Rahmen einer US-Studie konnte Charles Gerba, Mikrobiologe an der Universität von Arizona, nachweisen, dass knapp 90 Prozent der Handtücher mit coliformen Bakterien belastet sind. Er rät dazu, Handtücher nach zwei bis drei Tagen zu wechseln beziehungsweise zu waschen. Bade- und Duschtücher sollten sie nach spätestens drei Benutzungen in die Waschmaschine stecken.

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Fehler Nr. 2: Handtücher werden falsch aufgehängt

Um einer Keimvermehrung im Handtuch vorzubeugen, sollten Handtücher nach jeder Benutzung wieder vollständig trocknen können. Dazu ist es wichtig, dass die Handtücher richtig hängen. Werden Sie beispielsweise auf den Waschtisch gelegt oder an einem Haken aufhängt, haben Bakterien leichtes Spiel. Denn im feuchten Handtuch können sich Keime und Pilzsporen schnell vermehren.

Besser ist es, die Handtücher über Handtuchstangen ausgebreitet trocknen zu lassen. Optimal sind Handtuchtrockner, die gewährleisten, dass die Handtücher nach Gebrauch wieder vollständig trocken. Alternativ können Sie die benutzten Handtücher im Winter auch über der normalen Heizung, im Sommer auf dem Balkon in der Sonne trocknen lassen.

Fehler Nr. 3: Sie teilen Ihr Handtuch mit anderen

Je mehr Menschen sich ein Handtuch teilen, desto schneller und stärker ist es mit Keimen belastet. Das gilt vor allem für Handtücher, die im Bad oder (Gäste-)WC beispielsweise benutzt werden. Auf diese Weise kommen Menschen möglicherweise mit Keimen in Berührung, die Hautunreinheiten wie Pickel oder ähnliches verursachen können.

Mögliche Hautabschürfungen oder eine offene Wunde infolge eines Schnitts steigern die Infektionsgefahr für die Benutzer zusätzlich. Daher gilt: Handtuch-Sharing sollte im Interesse aller ein absolutes No-Go sein.

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Fehler Nr. 4: Sie benutzen ein Handtuch für Gesicht UND Körper

Viele Menschen wollen die Wäschemenge reduzieren und benutzen daher ein großes Handtuch für alle Körperteile. Experten raten jedoch, für die verschiedenen Partien des Körpers auch unterschiedliche Handtücher zu verwenden. So sollte das Handtuch, an dem Sie Ihre Hände abtrocknen, beispielsweise nicht für das Gesicht verwendet werden. Ansonsten können krankmachende Kolibakterien ins Gesicht gelangen und auf diese Weise in den Körper eindringen.

Wer im Sommer viel barfuß läuft, sollte beispielsweise auch zum Abtrocknen der Füße ein separates Handtuch verwenden.

Video: So hält das Handtuch nach dem Duschen

Fehler Nr. 5: Sie waschen Ihre Handtücher falsch

Auch wenn für die Reinigung der meisten Wäschestücke – mit Ausnahme von Unterwäsche - heute Temperaturen von 30 oder 40 Grad ausreichen: Für Handtücher gilt das nicht. Sie sollten immer bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, um Bakterien zuverlässig zu entfernen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zusätzlich einen Desinfektionsspüler verwenden.

Übrigens: Benutzte Handtücher sollten Sie möglichst nicht mit der übrigen Schmutzwäsche zusammenlagern, da die Bakterien sonst auf die anderen Kleidungsstücke übergehen können. Werden diese dann nicht so heiß gewaschen, können Sie sich in der übrigen Wäsche munter vermehren.

Wer diese Tipps beherzigt, braucht sich zukünftig um Keime in Handtüchern keine Gedanken mehr zu machen. (nri)

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