Rekordwerte bei Treibhausgasen

Hätte der Planet einen Kragen - er würde platzen

Ein Kommentar von Bernd Fuchs

Geht´s noch? Hätte unser Planet einen Kragen – er würde platzen. Was sich da in der Atmosphäre angesammelt hat, ist unser Treibhausgasmüll. Und haben wir den verringert? NEIN! Nie war es schlimmer. Die Konzentration von Co2 – Methan und Distickstoffmonoxid ist so hoch wie seit mindestens einer Million Jahre nicht.

Was ist passiert? Da gab es doch den Corona-Effekt. Die Welt stand still und die Emissionen gingen zurück – Hoffnung keimte da in mir auf. Aber jetzt ist die zunichte gemacht.

CO2-Rekordwert: So hoch war die Konzentration seit einer Million Jahre nicht

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Wie dumm sind wir, diese Krise immer weiter zu befeuern?

Wetterreporter Bernd Fuchs
Wettermoderator Bernd Fuchs engagiert sich im Kampf gegen die Klimakrise und kann den neuen Rekordwert an Treibhausgasen in unserer Atmosphäre nicht fassen.

Schlimmer noch, mir stellt sich die Frage: Werden wir Menschen das überhaupt hinbekommen? Werden wir unsere Ziele, Treibhausgase zu minimieren, erreichen können. Wieder mal kann nur gesagt werden: Die Klimakrise ist da! Handeln ist jetzt entscheidend! Die Klimakrise rast ungebremst, wie ein massiver Güterzug immer weiter Richtung Katastrophe. Wobei, die ist ja schon da: Die Jahre 2015 bis 2021 waren die sieben heißesten Jahre, die unsere Planet seit Beginn der Messung erleiden musste.

Die Folgen: Dürre – Ernteausfälle – historische Hitzewellen und auf der anderen Seite Überschwemmungen mit mehr als 1.000 Toten in Pakistan. Wie dumm sind wir denn, diese Krise immer weiter zu befeuern? Erst Recht, da sich zeigt, dass wir nicht an die neuen Bedingungen angepasst sind. Weder beim Hochwasserschutz – noch bei der Wasserversorgung. Es ist nämlich oft zu wenig oder eben direkt zu viel, was da vom Himmel kommt. Und die Mühlen der Politik mahlen zu langsam, wenn sie sich überhaupt drehen. Ein Beispiel: Die Häuser im Ahrtal werden wieder aufgebaut – Hochwasserschutz? Der wird geplant. Finde den Fehler, sag ich da nur.

Darum heizen Treibhasugase die Atmosphäre auf

Wie heißt es: Aus Fehlern muss man lernen. Tun wir nur leider nicht

Wir brauchen jetzt konkrete Konzepte – genaue Finanzpläne zur Umsetzung – regelmäßiges Überprüfen der Etappenziele. Die aktuelle Messung der Atmosphäre zeigt: Unser bisheriges Verhalten, auch das in den vergangenen Jahren, reicht nicht. Deswegen verstehe ich die Wut und die Verzweiflung, die bei Klimaaktivisten aufkommen. Mit Wut und Hass erreichen wir aber nichts – außer noch mehr Wut und Hass.

Mit diesen Tricks kann jeder CO2 sparen

Lasst kühle Köpfe rechnen, wie teuer der ganze Spaß wird. Dann wird auch dem letzten klar: Die Klimakrise ist da. Und jeder der jetzt noch sagt: „Gibt es nicht“ – „Gab es doch alles schon mal“ – „Endlich mal ein Sommer wie er früher mal war“ – Der oder Die hat den Schuss nicht gehört. Und von Warnschuss kann eh nicht mehr die Rede sein.

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Wettlauf ins All als Lösung?

NASA's new moon rocket sits on Launch Pad 39-B hours ahead of a planned launch at the Kennedy Space Center Saturday, Sept. 3, 2022, in Cape Canaveral, Fla. NASA's new moon rocket sprang another hazardous leak Saturday,  as the launch team began fueli
Die USA liefern sich mit China einen Wettlauf um die Erkundung des Mondes. Das Artemis-I-Programm dient als Vorbereitung auf die 2025 geplante bemannte Mission.

Die Gefahr, die ich dabei sehe: Wir laufen zwar nicht blind – aber wir laufen untätig in unser Verderben. Klimawandelleugner befeuern die Putin-Mentalität: Nimm Dir, was du kriegen kannst. Darauf läuft es nämlich hinaus: Wer bekommt die noch bewohnbaren Zonen unserer Erde? Wer ergattert sich die verbleibenden Ressourcen? Das bedeutet alles Krieg! Das Eis der Arktis schmilzt. Die Supermächte lauern wie die Geier auf die dort eingeschlossenen Reserven fossiler Energie. Da zieht Unheil auf im längst nicht mehr ewigen Eis.

Der Einfluss des Menschen auf Naturkatastrophen ist messbar

Gibt es Rettung? Ja, vielleicht der neue Wettlauf ins All. Finden wir da neue Ressourcen, dann gibt es etwas länger noch „Frieden auf Erden“. Dafür aber vielleicht Krieg auf dem Mars. Ach, und wenn wir schon mal da sind, dann könnten wir gleich unseren Atommüll da lagern – stört ja nicht weiter, es sei denn es gibt doch Marsmännchen. Was aber stört, ist unser Treibhausgasmüll in der Atmosphäre! Der Mantel, der uns vor dem eisigen Weltall schützt, wird zu dick – und wir ersticken darin.

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(bfu, osc)