Karnivoren: So pflegen sie fleischfressende Pflanzen am besten

Normalerweise ist es so, dass Tiere Pflanzen fressen. Doch bei Karnivoren (Fleischfressende Pflanzen) ist es genau andersherum, denn sie machen sich auf die Jagd nach Insekten. In vielen Haushalten werden Fleischfressende Pflanzen genutzt um störende Mücken, Fliegen und Wespen weg zubekommen.

Es gibt viele Arten

Die Venusfliegenfalle kann anscheinend zählen. Foto: Sönke Scherzer/Uni Würzburg
Eine Venusfliegenfalle fängt ein Insekt. © DPA

Die wohl bekannteste Fleischfressende Pflanze ist die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) mit ihren Klappfallen. Die Klappfalle (zweigezahnte Blatthälften) besitzt eine Größe von ca. 3 bis 4 cm. An der Innenseite der Blatthälften befinden sich kleine Härchen, die als Berührungssensoren dienen. Wenn zwei Härchen gleichzeitig von einem Insekt berührt werden, klappt die Falle zu und das Insekt ist zwischen den Blatthälften gefangen.

Besonders Sonnentau- und Fettkrautarten sind zur Mückenbekämpfung geeignet

Der riesige fleischfressende Sonnentau "Drosera magnifica" wurde als neue Art erkannt. Die in Brasilien entdeckte Pflanze wird bis zu 1,5 Meter hoch. Foto: Paulo Gonella/Royal Botanic Gardens Kew
Fleischfressender Sonnentau «Drosera magnifica» © DPA

Außerdem gibt es noch Klebefallen wie den Sonnentau (Drosera) oder das Fettkraut (Pinguicula). Der Sonnentau besitzt Tau ähnliche Tropfen an den Fangarmen, an denen die Insekten kleben bleiben. Mit der Zeit bewegen sich immer mehr Fangarme zur Beute hin bis sich letztendlich sogar das komplette Blatt zuklappt und das Insekt verdaut wird.

Andere Fleischfressende Pflanzen arbeiten mit Fallgruben wie z.B. die Schlauchpflanze (Sarracenia) oder Kannenpflanze (Nepenthes). Dabei werden die Insekten mit Lockdüften und dem bunten Aussehen der Pflanze an den Eingang gelockt und durch eine Gleitschicht rutschen sie dann in eine enge Grube mit einer „Verdauungsflüssigkeit“, aus der sie nicht mehr herauskommen.       

Pflege

Fleischfressende Pflanzen leben in der freien Natur auf nährstoffarmen Moorböden d.h. die Erde sollte in der Regel zum größten Teil aus Torf bestehen. Auch ein Mix aus Sand und Torf ist bei bestimmten Arten notwendig. Durch die nährstoffarmen Böden, müssen sich die Pflanzen ihre Nährstoffe in Form von Insekten besorgen.

Es handelt sich um Moorpflanzen, dessen Böden immer feucht sein müssen d.h. jeden Tag muss die Fleischfressende Pflanze mit kalkfreien Wasser (am besten Regenwasser) gegossen werden. Außerdem empfiehlt es sich einen Untersetzer zu benutzen, der ständig mit Wasser gefüllt ist. Dadurch kann sich die Pflanze bei Bedarf immer wieder Wasser ziehen.Außerdem sollten Fleischfressende Pflanzen nicht gedüngt werden, da sie dann schnell eingehen.

Standort

Manche Pflanzen mögen viel Sonne wie z.B. die Venusfliegenfalle oder die Schlauchpflanzen. Sie bevorzugen einen voll sonnigen Standort. Andere Arten mögen es lieber etwas schattiger. Das Fettkraut möchte z.B. lieber im Halb- oder Vollschatten stehen. Daher achten Sie bei ihrer Art immer auf den richtigen Standort. Viele Arten vertragen Temperaturen von über 30 Grad gut. Wenn die Pflanzen nicht einheimischen Ursprungs sind, sollte Frost vermieden werden. Die Luft sollte am Standort nicht zu trocken sein d.h. Standorte auf der sonnigen Fensterbank oder unter der Heizung sind nicht ratsam.